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06.01.2013

18:47 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Kommt die Zinswende in den USA?

Noch sind die Musterdepots im Plus. Doch wenn die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik aufgibt, heißt das für Aktien nichts Gutes. Außerdem wartet bereits die nächste Herausforderung: die Inflation.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Kommt die Zinswende in den USA? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat das? Die Zinsen haben leicht angezogen. Hintergrund dürfte die Andeutung der US-Notenbank (Fed) sein, dass sie ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen im kommenden Jahr zurückfahren möchte. Außerdem spielt eine Rolle, dass die US-Konjunktur doch Anzeichen zur Belebung zeigt, wie auch die Zahl von 155.000 neuen Arbeitsplätze im Dezember bestätigt.

Was aber würde eine Zinswende für Aktien bedeuten? Nichts Gutes. Vielleicht stellt sich dann heraus, dass der Aktienmarkt die leichte Erholung der Konjunktur schon vorweggenommen hat – das wäre das klassische Muster. Ich erwarte aber keine dramatische Entwicklung, weder in der einen noch in der anderen Richtung.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Frage bleibt auch, wie ernst es die Fed mit ihrer Ankündigung meint. Ein Leser unter einem Artikel des „Wall Street Journal“ kommentiert: „Das soll doch nur den Eindruck erwecken, als hätte die Fed eine Ausstiegs-Strategie.“ In der Tat ist die Notenbank zurzeit der Hauptkäufer von US-Staatsanleihen.

Auch wenn die Politiker in Washington jetzt etwas höhere Steuern beschlossen haben und wahrscheinlich in den kommenden zwei Monaten einige Sparmaßnahmen beschließen werden, bleibt die Regierung doch sehr stark auf Schuldenfinanzierung angewiesen. Wer soll die Papiere kaufen, wenn die Notenbank sich als Nachfrager zurückzieht? Zumal ja bei einer wieder belebten Konjunktur die privaten Investoren auch eher Aktien kaufen werden.

Zum Vergrößern bitte klicken.

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Im gerade angebrochenen Jahr kommt für die USA vielleicht die Stunde der Wahrheit, wo sich zeigen muss, ob es wirklich möglich ist, massiv in die Staatsfinanzierung einzusteigen, ohne Inflation zu erzeugen. Die Europäer sollten sich genau anschauen, was passiert.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

06.01.2013, 20:34 Uhr

In der Tat wird keine echte Zinswende kommen, weil das System "sofort" zusammenbrechen wird. Dauert noch ein paar Jahre...

SlingShot

06.01.2013, 22:38 Uhr

das sehe ich auch so. Ein Anstieg von Zinsen setzt ein stabiles Wirtschaftswachstum und einen kontrollierten Finanzhaushalt der Regierung voraus.
Die USA laufen noch am Rande einer finanziellen und wirtschaftlichen Katastrophe.

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