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16.01.2013

18:46 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Offenbar ist die Finanzkrise für die Märkte passé“

Banken lagen am Mittwoch im Fokus der Börsen. Goldman Sachs und JP Morgan veröffentlichten Zahlen. Morgen folgt die Bank of America. Dann könnte es für das Depot von Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe interessant werden.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Am Mittwoch hat Goldman sich mal wieder als Überflieger gezeigt, während Boeing eine Bauchlandung hinlegte. Dass die Investmentbank ihren Gewinn erhöhen wurde, war erwartet worden. Aber dass es gleich so ein starker Zuwachs wurde, nicht. Entsprechend deutlich hat die Aktie angezogen.

Für Boeing lief es dagegen schlecht: Der „Dreamliner“ entwickelt sich zum Alptraumliner. Weil japanisches Fluggesellschaften das Modell aus Sicherheitsgründen erst einmal still gelegt haben, brach die Aktie deutlich ein. Für mein Depot wird der Donnerstag interessant. Dann legt die Bank of America Zahlen vor. Die Aktie hat ganz gut entwickelt. Aber die Bank hat eine schwere Zeit hinter sich – nun muss sich zeigen, ob sie die Probleme wirklich überwunden hat.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ansonsten zeigt sich wieder ein bekanntes Muster bei den amerikanischen Aktien: Die Konjunktur erholt sich unübersehbar, aber genauso unübersehbar liefert die Politik unerfreuliche Begleitmusik. Nicht nur der Immobilienmarkt erholt sich, sondern auch die Produktion, wie neue Zahlen zeigen. Und es mehren sich Berichte über Leute, die mit ihren Häusern endlich im grünen Bereich sind (also wo der Wert wieder die Schulden deckt), so dass sie sich neue Jobs suchen und wegziehen können - diese Flexibilität ist eine enorme Stärke der amerikanischen Wirtschaft, die aber in den vergangenen Jahren blockiert war durch den Absturz der Immobilienpreise.

Aber aus Washington ist vor allem Kriegsgeheul zu hören. Präsident Barack Obama ist offenbar nicht gewillt, der Opposition auch nur einen Schritt entgegen zu kommen - wohl aus der Erfahrung heraus, dass sie ihm auch keinen Schritt entgegenkommt. Also geht das Gezerre um die Finanzpolitik weiter.

Kommentare (1)

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otto15

17.01.2013, 09:39 Uhr

Kleine Nachhilfe: Die Märkte verhalten sich wie ein scheues Reh, das von Draghi und dem elenden ESM -Rettungsmechanismus zur Futterkrippe gelockt werden ist. Wenn das Futter ausgeht, oder von der Realwirtscht -z- B. wegen nachlassender Reformen- Unruhe aufkommt, suchen die Anleger schnell das Weite.

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