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27.02.2013

19:18 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Politische Börsen haben kurze Beine“

Die Handelsblatt-Depots erlebten in den letzten Tagen ein dramatisches Auf und Ab. Damit könnte jetzt Schluss sein. Eine Umfrage des Analysehauses Sentix ergibt, dass die meisten Investoren optimistisch gestimmt sind.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Die Italien-Wahl hat die Finanzmärkte erschüttert. Nachwirkungen waren auch am Mittwoch noch zu spüren. Das krisengeschüttelte Italien musste bei einer Anleiheauktion höhere Zinsen für frisches Geld zahlen.

Eine bekannte Börsenweisheit lautet, politische Börsen haben kurze Beine. In der Vergangenheit hat sie oft gestimmt. Aber wie ist es heute? Was bedeutet der Wahlausgang südlich der Alpen für die Finanzmärkte?

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Antworten auf diese Frage sollte eine Blitzumfrage des Analysehauses Sentix liefern. Die Experten für Börsenpsychologie haben nach der Wahl mehr als 800 Anleger befragt.

Gut zwei Drittel der befragten Investoren rechnen damit, dass der Urnengang nur für kurzfristige Irritationen an den Finanzmärkten sorgen wird. Das spricht eher dafür, dass die Börsenweisheit auch dieses Mal zutrifft.

Doch immerhin 24 Prozent der Anleger glauben, dass die Wahl ein „nachhaltig negatives Ereignis“ ist. Hoffen wir, dass sie sich irren. Denn andernfalls könnten uns unangenehme Wochen und Monate an den Märkten bevorstehen.

Kommentare (3)

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logical

27.02.2013, 20:59 Uhr

Aufhören!!!!
mit dem Geqaurke und den nachträglichen Erklärungen.
Es ist viel einfacher als man gemeinhin denkt:
Die Anleger werden mittels eines düsteren Szenarios auf die Short-Seite gelockt und die Steuermänner lenken genau anders herum, um deren Kohle abzugreifen.
Und wieder die Feststellung: Gezocke auf Kosten des Staates und der Mittel-Anleger - die schlauen Kleinanleger sind Gott-sei-Dank so schlau, nicht in diese profit-gesteuerten Märkte zu gehen.
Bevor der Staat erkannt hat, dass bei der Mittelschicht was zu holen ist, waren die cleveren Großbanker schon längst am Start und nun zocken sie tagtäglich mit ihren wunderbaren Finanzprodukten, mit den von ihnen gesteuerten Analysten und sogenannten "Charttechniken", die vorgeben, die Bewegung im Voraus sehen zu können, ab ohne jegliches Ende.
Und die klugen Charttechniker und solche, die es gerne sein möchten wundern sich Tag für Tag aufs Neue.
Die Erkenntnis, dass man Zukunft nicht voraussehen kann hat sich bei Ihnen noch nicht durchgesetzt.
Schlimmer: Die Erkenntnis, dass die Großen sie erst mit den beschriebenen Mitteln in die Märkte locken, um dannn jedesmal das genaue Gegenteil dessen, was sie per Nachrichten gestreut haben, zu betreiben, leider auh nicht.
Und so analysieren sie denn fleißigst weiter ihre Charts und wundern sich, dass die Dojis, die Kerzen, die Pivots und was sonst noch alles von dem, was die interessierten Kreise ihnen beigebracht haben, auch heute wieder nicht stimmen.
Ein breites Grinsen von mir!

Account gelöscht!

27.02.2013, 21:58 Uhr

Zitat: "Und als langfristig orientierter Anleger sollte man auch gar nicht jeden Tag in sein Depot schauen, diesen Rat sollte ich in diesen Tagen wohl beherzigen."

Und deshalb braucht man es auch nicht mehr jeden Tag in einer Zeitung veröffentlichen!

Das Bedürfnis, recht behalten zu wollen, verstellt oft den Blick auf die Realität. Gier frisst Hirn. Angst frisst Hirn. Und der Wunsch, es allen anderen zu zeigen, auch.

henry

28.02.2013, 01:27 Uhr

Liquiditätshossen mit billigem Geld sind meiner Ansicht nach zum scheitern verurteilt. Vor allem aber Europa. Denn weder die (Jugend-)Arbeitslosigkeit noch sonstige Probleme wurden bislang gelöst. Sicher mag der Dax auf 10 wenn nicht sogar 15000 Punkte steigen. Doch dies nur mit billigem Geld? Wenn alles an der Wahl in Italien hängt. Heute Italien, morgen Spanien und übermorgen Portugal. Europa ist zum scheitern verurteilt.Wenn auch nicht heute. Áber Ignoranz und Lobbyismus werden das Feld schon richten. Wie in der DDR wo doch die Politik sich schon damals stetig versuchte grundlos selbst zu feiern. Europa wird scheitern und das zu recht. Möge der Tag kommen (Sofern seiten der Politik die Bedürfnisse der Menschen weiter vernachlässigt werden).

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