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02.12.2012

09:50 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Politischer Hick-Hack sorgt für Schockstarre

Der Haushaltsstreit in den USA bleibt spannend. Unsere Redakteure hielten ihr Pulver trocken. Die Zynga-Aktie bricht ein und wäre eine Idee fürs spekulative Depot. Die Aktie könnte aber auch ein Fall wie Eon werden.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Gegen Ende der Woche bekam die Börse noch einmal leichten Rückenwind vom Index der Einkaufsmanager aus Chicago, der zum ersten Mal seit längerer Zeit über die 50er-Schwelle in den grünen Bereich wechselte, in dem er eine Ausweitung der geschäftlichen Aktivitäten anzeigt. Nur leicht war der Rückenwind deswegen, weil Analysten diese Entwicklung schon vorausgesehen hatten.

Trotzdem passt dieser Index in das Bild einiger Zahlen zuvor - über die Entwicklung des Immobilienmarktes und die Schätzung des Bruttoinlandprodukts -, die in den vergangenen Tagen zwar keinen starken Aufschwung, aber doch eine spürbare Belebung der US-Konjunktur anzeigten.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ansonsten wird der US-Markt immer noch von dem Hü und Hott der amerikanischen Finanzpolitik beherrscht. Dabei versuchen Experten immer wieder, sozusagen gegen den Markt laufende Argumente an die Öffentlichkeit zu bringen. Zum Beispiel heißt es dann, ein Scheitern der Verhandlungen sei doch gut für Aktien, weil es dann weniger neue Schulden, weniger Staatsanleihen im Angebot, daher bei gleichbleibender Nachfrage noch niedrigere Zinsen und so letztlich einen Anreiz zum Aktienkauf gebe. Klingt ganz logisch, aber die Börse reagiert doch eher mit dem simplen gesunden Menschenverstand: Wenn es nach Einigung klingt, zieht sie an, wenn es nach Streit klingt, sackt sie durch.

Zum Vergrößern bitte klicken.

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Unter den einzelnen Aktien fällt in den USA der Absturz des Spieleherstellers Zynga auf. Diese Aktie hatte zuvor ohnehin schon stark an Wert verloren. Jetzt gibt es eine neue vertragliche Regelung mit Facebook - die beiden Unternehmen leben sozusagen in einer symbiotischen Beziehungen (und daraus werden meist schlechte Ehen, wie wir wissen). Danach haben beide Partner jetzt etwas mehr Freiheit: Zynga kann auch auf einer eigenen Plattform Spiele anbieten, Facebook auch eigene Spiele auf seine Seiten setzen.

Die Experten streiten, ob das jetzt der Anfang vom Untergang von Zynga ist, oder vielleicht ein ganz vernünftiger Schritt zur Selbstständigkeit. Offen ist auch, ob Facebook seinen neuen Spielraum überhaupt nutzen will, dazu ist offenbar nichts bekannt. Der Markt sieht aber eher die Gefahren.

Jessica: Wenn ich ein spekulatives Depot hätte, würde ich es vielleicht mal mit Zynga versuchen, möglicherweise ist der Absturz doch übertrieben ...

Kommentare (6)

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chessler

02.12.2012, 12:12 Uhr

Frau Leitel hat also wiedermal gar nichts gemacht, was nicht schlimm ist. Aber warum man dann bereits bekanntes nochmals Zusammenfassen muss, statt über die Aktien zu reden die man auf dem Schirm hat, das verstehe wer will. Ich will nicht Oberlehrerhaft auftreten, aber viel Herz ist bei der Sache da nicht und ohne zusätzliche technische Analyse kommt keiner der drei Redakteure weit. Immer nur von anderen Analysten reden statt selbst der Analyst zu werden oder zu sein bringt nicht viel.

Hopfen_und_Malz

02.12.2012, 18:17 Uhr

Das Seltsame an den "Drei Strategien": die teilnehmenden Damen und der Herr begehen trotz vermeintlichem Fachwissen lupenreine Anfängerfehler, allen voran Frau Schwarzer mit CoBa, E.on und zuletzt Facebook. Doch immerhin scheint sie lernfähig zu sein und überlässt Zynga vorerst dem Herrn Kollegen. Weiter so! Aber Vorsicht, liebe Jessica, es gibt noch mehr Luschen in der Aktienwelt!

Kommentar

02.12.2012, 18:44 Uhr

Interessant ist nach einem Blick ins Dossier auch das Editierverhalten der HB-Zensoren:
„Nicht persönlich werden“
als Löschbegründung von Beiträgen. Das ist - angesichts von durch die Autoren persönlich (per Bild!) repräsentierte und vertretene Strategien - mehr als lächerlich. Es ist einfach nur peinlich.


PS @ Leser/innen: Schneller lesen!

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