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11.02.2013

19:30 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Raus aus den Aktien, rein in das Bargeld

Die große Bewegung am Aktienmarkt ist vorerst vorbei. Die Experten empfehlen daher den Anteil des Bargeldes hochzufahren. Doch die Entwicklung in Südeuropa könnte laut Frank Wiebe schon bald neue Chancen am Markt bieten.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Goldman Sachs sagt es jetzt auch: Aktien sind im Moment ausgereizt. Und weil für Anleihen dasselbe gilt, empfiehlt die legendäre Investmentbank, den Anteil des Bargeldes hochzufahren. Auf der anderen Seite bleibt sie aber in Hab-Acht-Stellung mit Blick auf die Aktienbörse: Sollte es dort zu einem deutlicheren Kurseinbruch kommen, wäre das wiederum eine Kaufgelegenheit.

Das bestätigt das Bild: Die große Bewegung, ob nun aus Aktien oder aus Barbeständen, in den Aktienmarkt hinein, ist vorerst gelaufen. Sie hat dafür gesorgt, dass die Kurse mehr Optimismus signalisierten, als die meisten Analysten und Investoren tatsächlich verspürt und kommuniziert haben. Jetzt haben wir wieder die Balance: Das klingt nach einer Seitwärtsbewegung, jedenfalls für eine Weile.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ausschlaggebend für die nächste Zeit dürfte vor allem die Entwicklung in Italien sein. Ich habe mal in einem Kommentar geschrieben, dass ein Wahlsieg Berlusconis ein Grund wäre, die Währungsunion wieder aufzulösen. Das klingt vielleicht hart, aber ich glaube tatsächlich, dass der Euro nur zu retten ist, wenn alle Beteiligten das ernsthaft wollen, und bei Berlusconi hat man diesen Eindruck nicht.

Man darf sich aber auch in einem Punkt nicht täuschen: Die deutsche Regierung hat wahrscheinlich ihre Euro- und Europapolitik etwas zu sehr mit dem Blick auf die eigenen Wähler betrieben und zu wenig Verständnis für die Länder im Süden gezeigt. Wenn dort politische Kräfte stark werden, die den Euro gefährden, trägt Berlin wahrscheinlich einen Teil der Schuld.

Kommentare (11)

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Malocher67

11.02.2013, 19:48 Uhr

Wie bitte? "Die deutsche Regierung hat wahrscheinlich ihre Euro- und Europapolitik etwas zu sehr mit dem Blick auf die eigenen Wähler betrieben und zu wenig Verständnis für die Länder im Süden gezeigt."
Wieviel Milliarden sollen dem deutschen Malocher noch gestohlen und Richtung Süden umverteilt werden? Geht's noch?

Rechner

11.02.2013, 20:00 Uhr

Das frage ich mich allerdings auch.

...

Den Marktzockern ist es offensichtlich vollkommen wurscht, wer am Ende die Rechnung bezahlen muß, solange ihre "Wette" aufgeht.

Gast

11.02.2013, 20:40 Uhr

"Die deutsche Regierung hat wahrscheinlich ihre Euro- und Europapolitik etwas zu sehr mit dem Blick auf die eigenen Wähler betrieben und zu wenig Verständnis für die Länder im Süden gezeigt."

Da fehlte noch ein "Taschen der" und "Eile". Oder möglicherweise "Gier"

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