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06.03.2013

19:06 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Steigt der Dax auf 9.000 Punkte?

Der Rekordbruch des Dow Jones am Dienstag hat die Börsen weltweit entfesselt. Doch schon jetzt steigt die Vorsicht. Auch die Handelsblatt-Redakteure raten während der Rekordjagd der Aktienmärkte zur Besonnenheit.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Rekorde, überall nur noch Rekorde. Der Dow Jones hat sein Allzeithoch bereits am Dienstag geknackt, beim Dax ist zumindest die Marke von 8.000 Punkten fällig – vielleicht schon am Donnerstag. Bis zu seinem Rekordhoch sind es dann nur noch gut 150 Punkte. Börsen-Party wohin man blickt.

Eigentlich möchte man mitfeiern. Mein spekulatives Musterdepot steigt auch munter mit. Trotzdem ist mir das Alles nicht mehr geheuer!

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Rekordkurse wecken die Gier der Anleger – und Gier ist an der Börse nie gut. Sie ist sogar ein Warnsignal, sagen Börsenpsychologen. Ist die Party also bald vorbei?

Oder steigt der Dax auf 9.000 Punkte? Das Minimalziel für dieses Jahr übrigens,  wie mir ein Vermögensverwalter sagte. Und was passiert dann?

Fest steht: Die Frühjahrsrally steht auf wackeligen Füßen. Sobald die europäische Schuldenkrise oder der US-Haushaltsstreit wieder ins Bewusstsein der Börsianer gelangen, dürfte es einen Rücksetzer geben. Ob wir dann Kaufkurse sehen, muss jeder selbst entscheiden. Ich sehe mich schon mal nach einigen Perlen um, die ich dann günstig einsammeln kann.

Kommentare (5)

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thoddi

06.03.2013, 22:14 Uhr

das Problem ist, dass Journalisten aber auch Anleger immer Äpfel mit Birnen vergleichen ... welchen Sinn macht ein Vergleich zwischen Dax Ständen aus verschieden Jahren mit komplett unterschiedlichen Ausgangssituationen. Das ist so, als wenn man am Roulette-Tisch jetzt auf Rot setzt, weil vor einer Woche auch schon mal Rot kam. Wie wäre mal mit einer Analyse der Fundamentaldaten, Makroökonomischen Daten oder auch der Chartanalyse, um sich ein Bild zu machen, ob der Markt teuer oder billig ist. Statistiken wie absolute Vergleiche gleiche sind was für Statistiker, aber nicht für Investoren. Die meisten Leute sind doch schlichtweg nicht dabei, weil der Markt gerade jetzt, oder vor einem halben Jahr "so hoch" ist. Wenn aber ein Rücksetzer kommt, kaufen sie nicht, weil der Markt gerade fällt. Es gibt also immer eine Ausrede, nicht dabei zu sein. Sorry, aber so wird man bei dem heutigen Zinsniveau nur ein, nämlich ärmer.

Account gelöscht!

06.03.2013, 22:30 Uhr

genau auf den Punkt gebracht !!!

Account gelöscht!

07.03.2013, 00:04 Uhr

@thoddi
Ja, genau auf den Punkt gebracht - nur leider auf den falschen.
Ob der Markt gerade teuer oder billig ist, weiß man immer erst hinterher, Herr Investor!
Die Zusammenhänge sind komplizierter, als es jede Chartanalyse (oder jeder Kommentar hier) darstellen kann.
Trotzdem: Viel Glück!

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