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15.05.2013

20:07 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Stell dir vor, die Börse steigt, und keiner macht mit“

Das nervenaufreibende Hickhack um die Commerzbank sorgt für viel Trubel an der Frankfurter Börse. Das spekulative Depot von Jessica Schwarzer konnte am Mittwoch davon profitieren – vorerst jedenfalls.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Da hat sich wohl manch Commerzbank-Aktionär verwundert die Augen gerieben: Die Aktie von Deutschlands zweitgrößter Bank hat am Mittwoch ein Plus von bis 18 Prozent auf das Parkett gelegt. „Das ist Wahnsinn“, kommentierte ein Börsianer. Wohl wahr, schließlich ging es im Vorfeld der Kapitalerhöhung doch eigentlich nur abwärts.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Nun also die Wende? Abwarten. Offenbar mussten Anleger, die auf einen Kursverfall gewettet hatten, wieder einsteigen, um ihre Verluste zu minimieren. Das freut vor allem Käufer der 89 Millionen Commerzbank-Aktien, die der Bankenrettungsfonds Soffin in der Nacht zuvor auf den Markt geworfen hatte. Sie wurden am Mittwoch zu je sieben Euro verkauft.

Das Interesse an der Commerzbank-Aktie war auf jeden Fall groß: Innerhalb der ersten beiden Handelsstunden wechselten etwa fünf Mal so viele Commerzbank-Aktien den Besitzer wie sonst an einem durchschnittlichen Handelstag. Ich bleibe meiner Position erst einmal treu. Und wahrscheinlich werde ich auch die Bezugsrechte ausüben.

Kommentare (3)

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Hagbard_Celine

15.05.2013, 21:49 Uhr

Amazon ist eine Muppet Aktie zu den Kursen und hat in einem konservativen Portfolio nichts zu suchen. Ein KGV von 90 und ein P/B von 14 ?

Den Buffet bzw. seinen Mitarbeiter würde der Schlag (vom Buffet) treffen wenn einer von Berkshire so was kauft.

Wenn es schon ein Ami sein muss, dann wären Berkshire, J&J, Microsoft, Cola oder Walmart mögliche Kandidaten.

Und Hugo Boss hat da auch nichts drin zu suchen. Den Laden hat eine Heuschrecke im Griff und das geht früher oder später ins Auge denn diese Leute kennen kein Maas.

MuRe, Henkel, FMC passen da schon eher.

Account gelöscht!

15.05.2013, 23:16 Uhr

"Stell dir vor, die Börse steigt, und keiner macht mit“-Diese Aussage ist grundfalsch !Die Marktkapitalisierung steigt von Tag zu Tag.Das bedeutet, es kommen täglich neue Investoren und Anleger neu hinzu(In Amerika im letzten Monat schon 45% aller Neueinsteiger mit Kauf auf Kredit-laut jüngster Studie von Bloomberg.TV),anders wäre dies gar nicht möglich.Und die hier erwähnten Kleinanleger? Glaubt hier jemand im Ernst ,die könnten mit ihren paar Kröten die Kurse nach oben oder unten bewegen?
Lächerlich!

vandale

16.05.2013, 00:18 Uhr

In Deutschland gibt es noch* 5 Bio € Geldvermögen. Damit liesse sich die Börse zum tanzen bringen.

Allerdings geschehen die massgeblichen Kurszuwächse beim DAX am frühen Morgen (Asien) und am späten Nachmittag (USA). Die Ausländern unbekannten Nebenwerte sind zurückgeblieben.

Die Steuern auf Kapitalerträge (diese werden auch auf die Geldentwertung erhoben) liegen in D weit über 100%. Kursgewinne werden versteuert, Verluste können nur beschränkt geltend gemacht werden. Ein Aktienengagement macht für die Bewohner Deutschlands wenig Sinn. Das Sparschweinchen in den Alpen für den Aktienhandel ist völlig out.

Insofern sind es die Ausländer wie meine Wenigkeit die am Aktienmarkt präsent sind.

Vandale

*Merkel Sozialisten, marxistische Politiker und andere üble Gestalten schauen mit gierigem Blick auf die Privatvermögen und haben diese in Gedanken sicherlich schon zwischen Südeuropa, Klimaschwindel und dem hiesigen ökosozialistischen Komplex aufgeteilt.

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