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29.04.2013

20:19 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Wenn Growth das neue Value ist

Die Investoren sind derzeit so versessen auf Dividenden, dass Value-Aktien wie die von Nestlé teurer sind als Growth-Papiere wie etwa von Google. In dieser verkehrten Welt sucht Frank Wiebe nach der richtigen Strategie.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Ist Value noch Value, oder ist Growth jetzt Value? Auf diese Formel lässt sich eine Diskussion bringen, die in den USA jetzt geführt wird. Klassische Value-Aktien, wie ich sie für mein Depot auch suche, sind Papiere von braven Unternehmen, die jedes Jahr Gewinn einfahren und auch ausschütten, nicht dramatisch wachsen und vernünftig bewertet sind.

Klassische Growth-Aktien zeichnen sich vor allem durch hohes Wachstum aus, schütten oft wenig oder gar nichts aus, sind manchmal hoch bewertet, sollten das aber durch ihre Zukunftschancen aber wettmachen. Nur: Zurzeit sind die Investoren so versessen auf Dividenden, dass Value-Aktien teurer sind als Growth-Aktien - zum Beispiel Nestlé als Google oder Apple. Für diese verkehrte Welt gilt es, Strategien zu finden.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wenn Apple jetzt mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis bei knapp zehn liegt, ist das Papier inzwischen eine klassische Value-Aktie. Die hoch bewerteten Traditionstitel wie Nestlé mit einem KGV von rund 18 dagegen profitieren davon, dass sie im Vergleich zu Anleihen eine recht hohe laufende Rendite bieten. Das könnte aber bedeuten, dass sie bei einem späteren Anstieg der Zinsen besonders leiden, weil die konservativen Anleger dann lieber Anleihen kaufen.

Ein echt konservatives Value-Depot muss daher wahrscheinlich Aktie à la Nestlé und à la Apple oder Google mischen.

Kommentare (1)

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30.04.2013, 01:39 Uhr

Wenn "Growth " "das" neue "Value" ist! Ginge es nicht anders?

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