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09.06.2013

14:38 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Zähne zusammenbeißen und durchhalten

Das Kursplus am Freitag nach schlechten Arbeitsmarktzahlen lässt Anleger etwas ratlos zurück. Sie fürchten eine Zick-Zack-Bewegung – mit Trend aber immerhin nach oben. Ein größerer Crash scheint ausgeschlossen.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Die DZ Bank hat eine Studie zu den Aussichten für den Dax veröffentlicht. Unter dem Strich sollen die Kurse steigen. Aber: „Wir erwarten im weiteren Jahresverlauf durchaus schwieriges Fahrwasser“, wird gewarnt. „Zunächst könnte die schwache konjunkturelle Entwicklung und damit enttäuschende Berichtsdaten für Ernüchterungen sorgen“. Und damit nicht genug: Im Laufe des Jahres drohen noch politische Risiken, und auch die Notenbankpolitik und die Frage nach dem Ende der geldpolitischen Hilfsmaßnahmen könnten die Aktien belasten.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das klingt nicht eben positiv. Aber „wir hoffen auf solche Rücksetzer, weil wir sie als Kaufgelegenheiten betrachten“, zieht der Analyst Christian Kahler Fazit. Sobald den Anlegern klar geworden sei, dass die Weltwirtschaft trotzdem weiter wachsen werde, dürfte eine „potenzielle Kursdelle“ ausgebügelt werden. Ende dieses Jahres dürfte der Dax bei 8600 Punkten notieren, ein halbes Jahr später bei 9600 Zählern, lautet die Prognose. Da heißt es für Anleger, die nicht kurzfristig umschichten wollen wohl: Zähne zusammenbeißen und durchhalten. Allerdings hat sich die Stimmung am Freitag ohnehin wieder gebessert. Vielleicht hält dieser Optimismus ja etwas vor.

Kommentare (2)

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Ignore_the_Noise

09.06.2013, 15:10 Uhr

Discountzertifikate, Bonuszertifikate...

wenn ich sowas lese, wird mir einfach nur schlecht.

Ich finde es traurig, dass hier trotz Personalwechsels - wenn man diese Rubrik schon aufrechterhalten möchte - eine Chance vertan wird, einen wirklichen Mehrwert für Leser zu schaffen.

Wer, liebe Redakteure, sind denn Ihre Leser? Profis, interessierte Laien, Liesschen Müller?

Anscheind glauben Sie, dass es potenzielle Käufer von Zertifikaten sind.

Ist Geld anlegen wirklich so kompliziert, dass man dafür auf irgendwelche Konstrukte zurückgreifen muss, die kaum jemand wirklich versteht (im Sinne von Transparenz)/braucht?

Seien Sie mutig und lassen nebenher ein viertes virtuelles Depot laufen, in dem nur ein ETF auf den MSCI World enthalten ist oder von mir aus auch gerne 60/40 gewichtet noch ein Renten-ETF dazu. An diesem Beispiel würde deutlich, dass (erfolgreiches) Anlegen nicht schwer sein muss.

Account gelöscht!

09.06.2013, 20:18 Uhr

'Seien Sie mutig und lassen nebenher ein viertes virtuelles Depot laufen, in dem nur ein ETF auf den MSCI World enthalten ist oder von mir aus auch gerne 60/40 gewichtet noch ein Renten-ETF dazu.'

Ich glaube, ein Depot, dass nur aus einem oder zwei Papieren besteht ist eventuell zu uninteressant, wenn man darüber auch noch wöchentlich berichten möchte. Was sollte man denn dazu schreiben? Aber als Referenz könnte so etwas eine gute Idee sein.

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