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23.01.2014

20:55 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Zeit der Auslese

Kerstin Leitel macht in SAP und Linde die Spielverderber in ihrem Depot aus. Im spekulativen Depot erweisen sich Eon-Bonuszertifikate als die Wahl der Stunde und das ausgewogene Depot macht unerwartet viel Rendite.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Noch nicht einmal zwei Prozent hat der Dax seit Jahresanfang Plus gemacht. Der Angriff auf die Marke von 10 000 Punkte ist offenbar doch nicht so schnell erfolgt wie erwartet. Dennoch läuft es nicht schlecht für mein Depot, auch wenn sich ein paar „Spielverderber“ herauskristallisiert haben: SAP hat seit Januar über fünf Prozent verloren, seit meinem Kauf gut ein Prozent im Minus.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auch die Linde-Aktie entwickelt sich nicht so gut wie erhofft, hier komme ich unter dem Strich auf mickriges Plus von gerade einmal zwei Prozent. Die beiden Aktien stehen bei mir auf der Beobachtungsliste, „watch negative“, wie es von Ratingagenturen immer so schön heißt. Anders sieht es dagegen bei meinem Anleihen-ETF aus - dass der im Minus liegt, ist nur logisch. Schließlich laufen Anleihen und Aktien meist in entgegen gesetzte Richtungen.

Aber gut, dass ich letztlich doch fast nur ordentliche Gewinnbringer in meinem Depot habe – allein das Plus von fast 60 Prozent bei Amazon macht vieles wieder wett. Auch Novartis liegt über 20 Prozent im Plus.

Kommentare (1)

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24.01.2014, 09:31 Uhr

Wenn Crashs wie 2008 etwas gelehrt haben, ist es a) auf eine gute Vermögensstruktur ankommt + Anleihen einen Schutz bieten und b) das eine Diversifikation über Aktien nur bedingt bis gar nicht funktioniert hat.

Unter dem Aspekt kann ich nicht verstehen, warum ein "konservatives" Depot eine so hohe Aktienquote besitzt und sich über die schlechte Entwicklung der Anleihen beschwert.

Anleihen sind keine Renditebringer. Sie reduzieren die Volatilität und letztlich das Risiko eines Portfolios.

Desweiteren findet ja der Gedanke des "Rebalancing" auch so langsam in hiesigen Gefilden Einzug - d.h. wenn ich eine fixe Aufteilung z.B. 60% Aktien / 40% Anleihen habe, dann kann ich nach einer Korrektur von 20% im Aktienbereich meine Allokation durch den Verkauf von Anleihen und Zukauf von dann billigeren Aktien widerherstellen.

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