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17.12.2012

20:13 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Zwei Aktien, die Freude bereiten

Zwei unterschiedliche Strategien innerhalb eines Depots fährt unser Redakteur Frank Wiebe. Und das auch noch erfolgreich. Der restliche Markt scheint jedoch wie eingeschläfert – das macht den anderen Depots Probleme.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Wenn ich in mein Depot schaue, fallen zwei Aktien auf: Bank of America und BMW. Beide haben seit Kauf um mehr als zehn Prozent zugelegt und mir damit am meisten Freude gemacht. Dabei könnten die Gründe, warum ich diese Papiere ins Depot genommen habe, kaum unterschiedlicher sein. Bank of America habe ich kurz nach der US-Wahl gekauft. Damals waren alle US-Banken unter Druck.

Da Präsident Barack Obama an der Macht blieb, sahen viele harte Zeiten auf die Banken zukommen. Obama hatte die Banken im Wahlkampf und schon in der Zeit davor häufig fast wie ein Feindbild benutzt. Außerdem ist seine Partei eher für eine harte Regulierung zu haben als die Republikaner.

Hinzu kommt, dass die Bank of America noch einige Lasten aus der Finanzkrise mit sich schleppt. Damals hatte die Bank das angeschlagene Brokerhaus Merrill Lynch in einer Rettungsaktion übernommen. Ich habe die Aktie also wegen ihrer Schwäche gekauft, weil sie billig war - in der Hoffnung, dass der Markt die Probleme überbewertet.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

BMW war dagegen ein Kauf, weil ich von dem Unternehmen überzeugt bin: Die Marke, der Gewinn, die Dividende, da stimmt alles. Die Autoindustrie hat zwar auch ihre Probleme. Weitweit gibt es mmer noch Überkapazitäten. Außerdem sind die deutschen Exporteure vielleicht zu stark von chinesischen Markt abhängig.

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Aber aus China kamen zuletzt wieder gute Signale, und selbst in den USA dürften die Geschäfte wieder besser laufen. Vor allem aber: Gerade bei einem Verdrängungswettbewerb legen meist die starken Wettbewerber zu. BMW habe ich also wegen der Stärke des Unternehmens gekauft - in der Hoffnung, dass der Markt sie noch nicht genügend berücksichtig hat.

Fazit daher: Selbst auf kleinstem Raum passen unterschiedliche Strategien manchmal zusammen.

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