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10.06.2015

17:38 Uhr

ELA-Hilfen der EZB

Geldhahn für griechische Banken bleibt offen

Die EZB hat die Obergrenze für Liquiditätshilfen der Athener Notenbank für die Institute des Landes um 2,3 Milliarden Euro auf inzwischen 83 Milliarden Euro aufgestockt. Die Börsianer jubeln, der Euro steigt.

Die griechischen Geldhäuser sind in erheblichem Umfang auf die Geldspritzen angewiesen, die im Fachjargon „ELA“ genannt werden. dpa

Griechenland

Die griechischen Geldhäuser sind in erheblichem Umfang auf die Geldspritzen angewiesen, die im Fachjargon „ELA“ genannt werden.

AthenDie Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Geldhahn für die angeschlagenen griechischen Banken Bankeninsidern zufolge auch in dieser Woche offen. Sie habe die Obergrenze für Liquiditätshilfen der Athener Notenbank für die Institute des Landes um 2,3 Milliarden Euro auf inzwischen 83,0 Milliarden Euro aufgestockt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Finanzkreisen. "Es besteht ein nicht genutzter Liquiditätspuffer von rund drei Milliarden Euro", sagte einer der Insider. Der Dax baute nach Bekanntwerden der zusätzlichen Hilfen seine Gewinne aus. Der Euro stieg auf 1,1327 Dollar von zuvor 1,1310 Dollar.

Hellas-Geldhäuser sind mittlerweile in erheblichem Umfang auf diese Geldspritzen angewiesen, die im Fachjargon "ELA" genannt werden. Mit der Erhöhung in einzelnen Schritten halten die Währungshüter den Druck auf die griechische Regierung aufrecht, mit den Kreditgebern des Landes eine Einigung im festgefahrenen Schuldenstreit zu erzielen.

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Griechische Banken sind seit einigen Monaten von der direkten Geldversorgung über die EZB weitgehend abgeschnitten, da diese griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheiten für frisches Zentralbankgeld annimmt. Mit den ELA-Hilfen können sich die Institute dennoch mit Liquidität versorgen, was sie wegen hoher Kontoabflüsse zuletzt stark in Anspruch genommen haben. Die EZB entscheidet inzwischen wöchentlich über den Rahmen der ELA-Hilfen. Die Notfall-Kredite sind nicht unumstritten. Bundesbankchef Jens Weidmann etwa kritisiert beispielsweise an der Praxis, dass damit Banken ohne Marktzugang Kredite erhalten und dann Anleihen des eigenen Staates finanzieren. Damit würden die Banken zudem ihre Liquiditätslage verschlechtern.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Novi Prinz

10.06.2015, 18:38 Uhr

Wir erleben die Rache des billigen Geldes und sie wird auch jetzt die erreichen , die jetzt günstig aber zu optimistisch finanzieren . Woran liegt das ? Zu billiges Geld wirkt wie Alkohol ! Die angenehme Wirkung kommt zuerst !! !

Herr Stephan Fischer

10.06.2015, 19:05 Uhr

Wenn es ELA -Kredite für Griechenland gibt, dann möchte ich auch welche haben. Geldhahn auf für alle! Es fragt sich nur, was dies noch mit dem Mandat der EZB zu tun hat.

Harvard Uni

10.06.2015, 20:59 Uhr

Welche werthaltigen Sicherheiten bekommt die EZB denn für die Aufstockung der ELA? Griechland als Staat ist insolvent und der politische Wille zur Rückzahlung der Kredite zu angemessenen Bedingungen fehlt. Die EZB beteiligt sich ebenso wie die Politik aktiv an strafbarer Insolvenzverschleppung. Damit aber nicht genug. Wer in Ansehung von Überschuldung Vermögenswerte Beiseite schafft um sie der Insolvenzmasse zu entziehen begeht Bankrott. Der Wert einer Währung wird durch die dahinterstehende Volkswirtschaft geschaffen. Die griechische Bevölkerung erhielt Euros im Tausch gegen die Drachme. Im Falle der Wiedereinführung der Drachme deckt die GR Volkswirtschaft die Drachme. Alle griechischen Euros müssten Eingezogen werden. Dies ist nur möglich bei Buchgeld auf griechischen Banken. In Antizipierung dessen ziehen die Griechen Buchgeld ab und verlagern dies in Euro die Einziehungsfest sind. Damit wird zum Nachteil der anderen Staaten gehandelt. Die EZB leistet durch ELA aktive Beihilfe zur Wertentziehung. Am Ende haben die Griechen die Euros gesichert, decken diese aber nicht mehr durch ihre eigene Volkswirtschaft. Sie bekommen nach Einführung der Neodrachme zusätzliche Gelder. Sie haben doppelte Vermögenswerte. Die EZB gibt vor das griechische Banksystem mit ELA zu stabilisieren. Dies hätte aber auch durch Einführung von Kapitalverkehrsbeschränkungen erfolgen können, wie in Zypern. Wären die Euros als Bankguthaben bewahrt worden, stünden diese Werte als Faustpfand zur Verfügung. So bringen die Griechen ihre letzten Schäfchen ins Trockene während sich unsere Politiker hinhalten lassen. Es lässt sich resümieren, dass keine nachteiligere Handhabung der Eurokrise denkbar ist. Die Politik und EZB ist nicht nur inkompetent, sondern hat Vermögenswerte in nie historisch in Rechtsstaaten nie dagewesenem Umfange veruntreut. Die Gerichte haben gänzlich versagt, eine wirksame Kontrolle auszuüben. EuGH und BVerfG haben EZB und Merkel und Gabriel fahrlässig Freibriefe ausgestellt

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