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24.06.2015

11:30 Uhr

ELA-Hilfen erneut genehmigt

EZB stützt griechische Banken weiter

Bereits zum dritten Mal in dieser Woche soll die EZB weitere Nothilfen für griechische Geldhäuser freigegeben haben. Das berichten Medien. Die nächste Hilfe könnte schon bald folgen.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einem Insider zufolge von Griechenland angeforderte Nothilfen für heimische Geldhäuser erneut genehmigt. „Die Bank von Griechenland hat Zustimmung für die ELA-Hilfen erhalten, die sie gefordert haben“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass die Zentralbank den Rahmen erneut erhöht habe. Das verlaute aus Bankenkreise in Athen. Die EZB sei jederzeit zu einer neuen Intervention bereit, um den griechischen Banken zu helfen, hieß es weiter. Griechische Sparer ziehen derzeit Milliarden Euro von ihren Konten ab, aus Sorge, dass im Fall eines Staatsbankrotts Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden. In diesem Fall würde die Abhebung von Geld deutlich eingeschränkt.

Falls nötig werde sich der EZB-Rat in den nächsten 24 Stunden erneut mit den „ELA“ genannten Liquiditätshilfen beschäftigen, hieß es bei Reuters weiter. Über das Volumen gab es zunächst keine Informationen. Am Dienstag hatte die Obergrenze für die Hilfen bei rund 89 Milliarden Euro gelegen.

ELA und die griechischen Banken

Was heißt „ELA“?

Ela steht für „Emergency Liquidity Assistance“, also Notfall-Liquditätshilfe.

Wer vergibt die Kredithilfen?

Die Hilfe wird nicht von der EZB direkt, sondern von der jeweiligen nationalen Notenbank vergeben, die auch für mögliche Verluste haftet. Der EZB-Rat muss der Gewährung aber zustimmen.

Welche Regeln gelten?

Streng genommen dürfen Ela-Kredite nur an Banken vergeben werden, die nur einen vorübergehenden finanziellen Engpass haben. Grundsätzlich müssen die Geldhäuser aber solide aufgestellt, also solvent sein. Kritiker bezweifeln, dass dies auf griechische Banken noch zutrifft.

Wie wichtig sind die Hilfen für griechische Banken?

Sollte die EZB die Ela-Hilfen einstellen, müssten die griechischen Banken die bereits gewährten Milliarden relativ schnell zurückzahlen - was sie faktisch nicht können. Seit Monaten hängen die Hellas-Banken am Ela-Tropf: Von der üblichen Versorgung mit frischem Zentralbankgeld sind sie überwiegend abgeschnitten. Denn ein Großteil ihrer Sicherheiten - griechische Staatsanleihen - werden von der EZB zurzeit nicht als Pfand akzeptiert, weil sie zu schlecht bewertet sind.

Die ELA-Kredite werden zu deutlich schlechteren Konditionen vergeben als die üblichen EZB-Darlehen. Zudem erhalten nur Banken die Hilfe, die von der EZB als kreditwürdig eingestuft werden. Fast zeitgleich mit dem Antritt der Syriza-Regierung in Athen Ende Januar entschied der EZB-Rat erstmals über ELA-Hilfen für griechische Banken. Seitdem überprüfen die obersten Währungshüter Woche für Woche, derzeit sogar von einem auf den nächsten Tag, ob die griechischen Institute weitere Kredite bekommen oder nicht.

Kommentare (8)

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Frau Margrit Steer

24.06.2015, 11:54 Uhr

Das ist doc logisch.
Die EZB regiert ja auch die Euo-Länder. Ein strammer Goldmann-Sachs-Mann

Herr Holger Narrog

24.06.2015, 12:09 Uhr

Ein spannendes Geschäftsmodell zu Lasten der Deutschen....

Die Griechen haben bereits in den letzten Monaten und Jahren die Konten bis auf das Nötigste geleert. Die aktuelle Geldklemme der griecheischen Banken ist darauf nicht mehr zurückzuführen. Jetzt nehmen viele Hypotheken auf die Häuser, oder Dispokredite auf. Das Geld wird bar in €, $, Fr ausgezahlt. Die Hoffnung besteht diese Kredite dann in Drachmen zurückzahlen zu können.

Das ist ein fieses Geschäftsmodell zu Lasten der beitragenden Gesellschaften. Herr Draghi gehört hinter Gittern.

Herr Tom Schmidt

24.06.2015, 12:41 Uhr

die Konditionen sind doch völlig egal, solange jeder Geldbedarf mit einem Notkredit bedient wird... irgendwann gibts dann Notkredite um die Zinsen zu zahlen. Und Herr Draghi hat eine weitere Möglichkeit gefunden Geld zu drucken, ohne dass er sich mit irgendjemand abstimmen muss! Das wollte er ja eh.

Die Griechen können weiter wurschteln, es gibt ja jeden Tag neues Geld, das Spiel zu beenden wird immer teurer. Und das Ganze soll den Euro retten? Komisch, immer wenn die Retter Erfolg sehen, fällt der Kurs! Der Euro ist ja erst gerettet, wenn er nichts mehr wert ist! Danke EZB!

Die letzte kleine Hoffnung ist, dass in Griechenland aktuell nur griechische Euroscheine ausbezahlt werden (erkennbar am Beginn der Nummer), die wären langfristig keine Euros, sondern Drachmen!

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