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03.09.2015

16:00 Uhr

Ela-Kredite

EZB senkt Obergrenze für Hilfen an griechische Banken

Vielgescholten wurde die Europäische Zentralbank für die großzügigen Ela-Kredite, die sie griechischen Banken gewährte. Das scheint vorbei: Weil sich die Situation normalisiert, können die Hilfen zurückgefahren werden.

Obwohl Ela-Kredite teurer sind als die direkte Geldversorgung über die EZB, mussten griechische Banken zuletzt vor allem den ersten Weg wählen, um an frisches Geld zu kommen. AFP

Europäische Zentralbank

Obwohl Ela-Kredite teurer sind als die direkte Geldversorgung über die EZB, mussten griechische Banken zuletzt vor allem den ersten Weg wählen, um an frisches Geld zu kommen.

AthenDie Europäische Zentralbank (EZB) hat den Rahmen für Notfall-Hilfen an griechische Banken erneut gesenkt. Die Obergrenze für die sogenannten Ela-Kredite sei zum zweiten Mal in zwei Wochen gekappt worden, teilte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nach der Zinssitzung mit. Eine konkrete Zahl nannte er jedoch nicht. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters von einem Bankeninsider erfahren, dass die Grenze auf 89,1 von zuletzt 89,7 Milliarden Euro verringert worden sei. Die Bedingungen für die Institute und die Zuflüsse normalisierten sich, ergänzte er.

Ela-Hilfen werden von der griechischen Zentralbank gegen Sicherheiten vergeben. Aber über deren Ausmaß entscheidet der EZB-Rat. Ela-Kredite sind teurer als eine direkte Geldversorgung über die EZB, von der Griechenlands Banken aber seit Februar abgeschnitten sind. Daher sind die Institute auf diesen Kanal zur Liquiditätsbeschaffung angewiesen. Nach mehrwöchiger Schließung sind die Banken seit dem 20. Juli wieder geöffnet. Es gibt aber weiterhin Kapitalverkehrskontrollen und Beschränkungen bei Abhebungen.

Das müssen Sie über die ELA-Kredite wissen

Was sind ELA-Kredite?

Das ELA-Programm ist ein Notfallinstrument im europäischen Zentralbankensystem. Es richtet sich an Banken, die sich zeitweise in einer außergewöhnlichen Situation befinden. Gedacht ist es für Geldhäuser, die im Prinzip zahlungsfähig sind, aber vorübergehend Liquiditätsprobleme haben. Ob Banken als solvent gelten oder nicht, beurteilt die EZB. Die Abkürzung ELA steht für die englische Bezeichnung Emergency Liquidity Assistance.

Wie funktioniert die Vergabe von ELA-Krediten?

Sie werden von einer nationalen Notenbank an die Finanzinstitute des Landes gegen bestimmte Sicherheiten vergeben. Der Rat der EZB - er besteht aus den Präsidenten der nationalen Notenbanken des Euroraums und dem EZB-Direktorium - muss über die ELA-Kredite informiert werden. Überschreitet die Höhe des beabsichtigten ELA-Kredits 500 Millionen Euro, muss der Rat frühestmöglich von der nationalen Notenbank informiert werden. Bei kleineren Beträgen geschieht dies in der Regel kurz nach der Gewährung durch die nationale Notenbank. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit kann der EZB-Rat die Vergabe stoppen.

Warum bekommen griechische Banken ELA-Kredite?

Normalerweise versorgen sich Geschäftsbanken im Euroraum direkt bei der EZB mit Geld. Sie verkaufen an die EZB Wertpapiere und erhalten im Gegenzug Zentralbankgeld. Dies ist für griechische Banken nicht mehr möglich, da die EZB seit Mitte Februar keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit akzeptiert. Somit sind ELA-Kredite für griechische Banken praktisch die einzig verbliebene Finanzierungsquelle - und damit auch für die Wirtschaft des Landes.

Wie viele ELA-Nothilfen bekamen griechische Banken bislang?

Der Rahmen liegt bei rund 89 Milliarden Euro. Seit Februar gewährte die EZB den griechischen Banken über die nationale Notenbank immer mehr ELA-Hilfen, die sich zu diesem gewaltigen Milliardenbetrag aufsummieren.

Wie lange reicht das Geld noch?

In den letzten Ratsbeschlüssen wurde der Rahmen aber nicht weiter erhöht, sondern auf dem gleichen Niveau belassen, quasi eingefroren. Die griechischen Banken müssen nun mit dem auskommen, was an ELA-Hilfen noch da ist. Wie groß der Spielraum bis zur Grenze von rund 89 Milliarden Euro ist, ist unklar. Damit ist auch unklar, für wie viele Tage das Geld noch reicht. Um ein Ausbluten der Banken und damit den Staatsbankrott zu verhindern, verhängte die griechische Regierung Kapitalverkehrskontrollen. Bankkunden dürfen nur noch 60 Euro am Tag abheben und kein Geld ins Ausland überweisen.

Was bedeutet die jüngste Entscheidung des EZB-Rates?

Der EZB-Rat hat am Montag die Regeln für ELA-Kredite verschärft: Griechische Banken müssen nun höhere Sicherheitsabschläge auf Wertpapiere bezahlen, die sie für ELA-Kredite hinterlegen. Kurz gesagt: Die Banken bekommen für Wertpapiere weniger Kredit als bisher.

Kann die EZB die Situation noch verschärfen?

Ja. Wenn der EZB-Rat sich entscheiden würde, ELA-Kredite zurückzuverlangen. Dann wären griechische Banken und das Land wohl pleite.

Von

rtr

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