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22.04.2015

13:26 Uhr

Ela-Notkredite

EZB lässt Griechenlands Banken nicht hängen

Die EZB hat die Notfallkredite für griechische Banken erneut erhöht. Vize-Chef Constancio hatte mit einem Ende gedroht – doch Direktoriumsmitglied Coeure sieht greifbare Fortschritte bei den Gesprächen mit den Griechen.

Finanzexperte im Interview

Griechenland: Kommt der Schuldenschnitt?

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AthenDie Europäische Zentralbank (EZB) will die griechischen Geschäftsbanken weiter mit Geld versorgen. Diese müssten aber solvent sein und ausreichende Sicherheiten bieten, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure der griechischen Tageszeitung „Kathimerini“ (Mittwochausgabe). Die Einführung von Kapitalkontrollen sei für die EZB „keine Arbeitshypothese“. Auch ein Euro-Abschied Griechenlands stehe „außer Frage“.

Die EZB habe die sogenannten Ela-Kredite („Emergency Liquidity Assistance“) am Mittwochmittag in einer Telefonkonferenz um rund 1,5 Milliarden Euro aufgestockt auf 75,5 Milliarden Euro erhöht. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.

Vorher hieß es, es könnte den Banken der Zugang zu den Notkrediten der EZB erschwert werden. So hatte es die Finanzagentur Bloomberg am Dienstag berichtet. Auf Fachebene sei in der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits ein entsprechender Vorschlag ausgearbeitet worden, meldete Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

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Im Gespräch mit „Kathimerini“ zeigte sich Coeure jedoch optimistisch, dass es im Schuldenstreit mit Griechenland zu einer Lösung kommt. „In den letzten Tagen gab es greifbare Fortschritte bei den Gesprächen mit den drei Institutionen – der EZB, der Europäischen Kommission und dem IWF“, sagte der Notenbanker. „Es gibt aber noch deutliche Unterschiede in der Sache, erhebliche Anstrengungen sind noch notwendig.“ Griechenland feilscht mit seinen Euro-Partnern um die Lösung seiner Schuldenprobleme. Ohne Einigung auf Reformen als Gegenleistung für Finanzhilfen droht der Regierung in Athen die Zahlungsunfähigkeit.

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Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis geht von einer Einigung des hoch verschuldeten Euro-Landes mit seinen internationalen Geldgebern aus. „Es gibt eine klare Annäherung“, sagte Varoufakis am Dienstag vor Journalisten in Athen. Es werde eine umfassende Vereinbarung geben. Diese werde allerdings noch nicht unbedingt bei dem Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag getroffen. Ohne eine Einigung droht dem Euro-Land die Pleite. Bisher hat die Athener Regierung keine Vorschläge gemacht, die die Billigung von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) finden.

Offenbar rückt die Euro-Zone unterdessen davon ab, Griechenland Fristen zur Vorlage von Reformplänen zu setzen. Entsprechende Berichte kamen am Dienstag aus Brüssel. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mahnte Griechenland zu größere Anstrengungen auf der Suche nach einer Einigung. Am Donnerstag trifft der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras am Rande des EU-Flüchtlingsgipfels Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zahlen und Fakten zum griechischen Schuldendrama

Zwei Rettungspakete

Ausgezahlt wurden bis Anfang Februar: aus dem ersten Paket bilaterale Kredite der Europartner über 53 Milliarden Euro, aus dem zweiten Paket 141 Milliarden Euro.

Schuldenberg

Trotz eines Schuldenschnitts 2012 umfasste er nach zuletzt verfügbaren Zahlen immer noch rund 315 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt sollen die Schulden von bislang über 170 Prozent bis auf 112 Prozent im Jahr 2022 gedrückt werden.

Laufzeiten

Die Hilfskredite unter dem Euro-Rettungsschirm EFSF haben jetzt schon eine durchschnittliche Laufzeit von rund 32 Jahren. Die ohnehin niedrigen Zinsen werden erst von 2022 an fällig. Auch die Tilgung beginnt beim EFSF erst 2022.

Verlängerung

Das laufende Kredithilfsprogramm der Europäer wurde bereits bis Ende Februar verlängert. Eine weitere Verlängerung müsste von Athen beantragt werden. Parlamente einiger Staaten müssten aber zustimmen. Es stehen im Programm noch 1,8 Milliarden Euro bereit.

Weitere Hilfen

Eine angedachte vorbeugende Kreditlinie von rund 11 Milliarden Euro soll es bislang nur dann geben, wenn das laufende Rettungsprogramm abgeschlossen ist, also die Spar- und Reformauflagen erfüllt werden. Seit kurzem dürfen griechische Banken keine Staatsanleihen des Landes mehr als Sicherheiten für Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegen. Vorerst bekommen die Banken noch Notkredite (ELA) der griechischen Notenbank. Dem Vernehmen nach hat der EZB-Rat bislang ein ELA-Volumen von bis zu 65 Milliarden Euro bewilligt.

Kommentare (6)

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Herr Vittorio Queri

22.04.2015, 10:11 Uhr

>> EZB lässt Griechenlands Banken nicht hängen >>

Kann sie auch gar nicht. Statuten der EZB erlauben das nicht.

Das "Dusselige" Gequatsche um die EZB nervt schon.

Novi Prinz

22.04.2015, 11:54 Uhr

Nur zur HB Website , sie funktioniert beschi...en. Tschüss !

Herr Hans Schwab

22.04.2015, 13:42 Uhr

Forex Analysten von http://growthaces.com vorschlagen lange EURUSD Position mit dem kurzfristigen Ziel 1,1000.

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