Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.11.2014

14:05 Uhr

Enorme Belastungsprobe

Schweizer Nationalbank gerät unter Druck

Seit 2011 steht die Schweizer Nationalbank bereit: Sobald der Euro unter die Schwelle von 1,20 Franken zu sinken droht, will sie unbegrenzt Euro zukaufen. Zudem muss sie bald womöglich Gold im großen Stil aufkaufen.

Am Freitag wurde der Euro bei 1,2011 Franken gehandelt, damit stand der Franken auf dem höchsten Stand seit über zwei Jahren. dpa

Am Freitag wurde der Euro bei 1,2011 Franken gehandelt, damit stand der Franken auf dem höchsten Stand seit über zwei Jahren.

Zürich/FrankfurtDie Schweizer Schutzmauer gegen eine zu starke Franken-Aufwertung steht vor der größten Belastungsprobe seit zwei Jahren. Die Wirtschaftsflaute in der Euro-Zone und die Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Währung zum Euro bis fast an die Schwelle von 1,20 Franken gehoben, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit allen Mitteln verteidigen will.

Auch das Ende November anstehende Referendum, das die Währungshüter zu massiven Goldkäufen zwingen würde, bringt die Euro-Untergrenze ins Wanken. Einige Analysten bezweifeln, dass die SNB im Falle einer Mehrheit für die Initiative ihre Euro-Stützungskäufe noch aufrechterhalten kann. Der Handlungsrahmen der Zentralbank würde jedenfalls massiv beeinträchtigt, warnt Martin Güth, Ökonom bei der LBBW.

Am Freitag wurde der Euro bei 1,2011 Franken gehandelt. Damit stand der Franken auf dem höchsten Stand seit 26 Monaten. Marktteilnehmer spekulieren, dass die Notenbank nun bald einschreiten könnte, um den Franken zu schwächen.

Die SNB steht seit 2011 bereit, unbegrenzt Euro aufzukaufen, sobald die Einheitswährung unter 1,20 Franken zu sinken droht. „Der Mindestkurs ist zurzeit zentral, um unseren Auftrag der Preisstabilität zu erfüllen“, sagte Nationalbankpräsident Thomas Jordan der aktuellen Ausgabe der Schweizer Sonntagszeitung.

Die Schweizer Währungshüter hatten den Mindestkurs im Zuge der Schuldenkrise eingeführt, um die heimische Exportwirtschaft zu entlasten. Die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone hatte damals zu massiven Zuflüssen in den gern als sicheren Hafen angesteuerten Franken geführt.

Die Notenbank reagierte mit dem Kauf von Devisen in zuvor unerreichtem Ausmaß. Im Zuge der Interventionen kletterten die Devisenreserven um mehrere hundert Milliarden auf rund 460 Milliarden Franken. Dies entspricht rund 70 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung in einem Jahr.

Wird die SNB erneut zu Interventionen gezwungen, dürfte Ökonomen zufolge diesmal aber ein weniger großer Einsatz erforderlich sein. Die geringeren Kapitalflüsse, das begrenzte Inflationsrisiko und der Erfolgsausweis bei der letzten Intervention bringen die Notenbank in eine bessere Ausgangslage.

Der Markt gehe davon aus, dass die Interventionen den Spekulanten das Genick brechen könnten, erklärt der Ökonom und frühere Schweizer Parlamentsabgeordnete Rudolf Strahm. „Marktteilnehmer haben einmal versucht, den Franken zu attackieren. Sie haben sich aber eine blutige Nase geholt und hohe Beträge verloren. Seitdem hat das niemand mehr gewagt.“

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.11.2014, 16:13 Uhr

Seit 2011 steht die Schweizer Nationalbank bereit: Sobald der Euro unter die Schwelle von 1,20 Franken zu sinken droht, will sie unbegrenzt Euro zukaufen. Zudem muss sie bald womöglich Gold im großen Stil aufkaufen.
----------------------------------------------------

Wenn der EXPORT aus der " EU " zu fallen droht...

der EURO immer mehr gedruckt wird...

dann bekommen die Amerikaner schon im Jahr 2015 für einen einzigen US-Dollar bereits 1,10 Euro.

WAS MACHT DIE SCHWEIZ DANN ?

Langsam wird es fraglich für die Schweiz wie lange es stand halten kann ohne der " EU " und dem " EURO " beizutreten.

Wenn aber der Rubel weiter fällt...

und Rußland mit dem Gold-verkauf beginnt...

dann kann die Schweiz Gold günstig einkaufen. :-)))






Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×