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13.08.2013

10:24 Uhr

Entspannung erwartet

„Die Banken sind der Pferdefuß der Euro-Zone"

VonJessica Schwarzer

Die Euro-Krise sei zwar nicht vorbei, aber eine extreme Zuspitzung erwartet Tilmann Galler von JP Morgan Asset Management in diesem Herbst nicht. Der Portfoliomanager setzt auf europäische und amerikanische Aktien.

Tilmann Galler ist Portfolio-Manager bei JP Morgan Asset Management. PR

Tilmann Galler ist Portfolio-Manager bei JP Morgan Asset Management.

Herr Galler, Dax 7000 oder Dax 9000 – was halten Sie derzeit für wahrscheinlicher?
Wir glauben nicht, dass wir schon den Höhepunkt erreicht haben. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate sind 9000 Punkte wahrscheinlicher als 7000.

Zuletzt ging es wieder etwas turbulenter zu…
Zwei große Themen bestimmen derzeit das Marktgeschehen und haben im Juni für einen Rücksetzer gesorgt. Zum einen die Ankündigung der US-Notenbank Fed, langsam den Geldhahn zuzudrehen. Zwar soll es keine Vollbremsung geben, aber die Fed will den Fuß vom Gas nehmen. Zum anderen geht die chinesische Notenbank aktiv gegen das Schattenbankensystem vor und hat den Banken kurzfristig Liquidität entzogen. Die Konsequenz: Die Institute werden mit der Kreditvergabe vorsichtiger.

Trotzdem sind Sie optimistisch?
Ja, denn die Perspektiven für die Aktienwelt sehen schon wieder viel besser aus. Die amerikanischen Märkte haben sich von ihrer Delle im Juni schon wieder erholt und auch in Europa haben die Börsen den Rücksetzer fast wettgemacht. Die Rentenmärkte sind allerdings auf ihrem erhöhten Renditeniveau geblieben.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

Steigende Renditen an den Anleihemärkten sind ein Zeichen für die Nervosität der Anleger. Befürchten Sie, dass sich die Euro-Schuldenkrise noch einmal zuspitzt?
Ganz ausgeschlossen ist das nicht. Die Ungleichgewichte zwischen den einzelnen Euro-Staaten sind weiterhin vorhanden, auch wenn sich die Lage bereits entspannt hat. Spanien, Irland, Portugal und teilweise auch Griechenland sind mit ihren Reformen schon ein gutes Stück vorangekommen, wie wir an den  Produktions- und Lohnstückkosten ablesen können. Auch die Spannung in den Zahlungsbilanzen – Stichwort Target II – lassen langsam nach. Diese Erholungstendenzen sollten ein Zeichen dafür sein, dass wir die Talsohle hinter uns gelassen haben.

Jürgen Stark, Ex-Chef-Volkswirt der EZB hat vor einem heißen Herbst gewarnt, die Krise in Frankreich könnte sich wieder zuspitzen.
Natürlich ist die Euro-Krise noch nicht ausgestanden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Ungleichgewichte zwischen den Euro-Staaten an der Börse wieder stärker thematisiert werden und zu Rückschlägen an den Märkten führen. Die Lösung der Euro-Krise ist ein langwieriger Prozess, der vom Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Kapitalmärkten abhängt. Lässt der Druck der Märkte auf die Krisenstaaten nach, dann schwächt sich auch der Reformeifer ein wenig ab. Und umgekehrt. Eine erneute extreme Zuspitzung ist eher unwahrscheinlich.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

13.08.2013, 11:11 Uhr

Das ist aber schön: pünktlich zur Wahl häufen sich die Erfolgsmeldungen an allen Fronten und Frau Merkel ist auch die Beste. Wie wir heute im HB erfuhren: selbst die grünen lieben unsere Große Führerin mehrheitlich (warum sollten sie auch nicht?). Alles bereit fürs Große Happy End?

Da bleibt uns ja nur, alterativlos weiterhin die Blockparteien zu wählen. Also, denkt nicht einmal daran, über ALTERNATIVEN nachzudenken!

Auenland

13.08.2013, 11:55 Uhr

"Die Lösung der Euro-Krise ist ein langwieriger Prozess, der vom Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Kapitalmärkten abhängt. Lässt der Druck der Märkte auf die Krisenstaaten nach, dann schwächt sich auch der Reformeifer ein wenig ab."

Das bringt diese Weltsicht auf den Punkt. Seit dem Zusammenbruch der marxistischen Planwirtschaft haben die kapitalistischen Marxisten die Überzeugung entwickelt, daß, wenn nur genügend Zwang durch den Zinseszins ausgeübt würde (sie nennen es im NWO-Orwellsprech "die Märkte"), sie ganze Völker transformieren und gleichmachen könnten.
Natürliche Unterschiede zwischen den Völkern und ihren Kulturen? Gibt es nicht!
Wir machen alles gleich! Marxismus.

Aber es sind nicht nur die Kommunisten an ihrer marxistischen Geisteskrankheit erstickt.
Auch der Wallstreet-Marxismus, der inzwischen die Unterschiedlichkeit der Rassen, Völker und Kulturen und damit ihre unterschiedlichen Bedürfnisse leugnet, wird an dieser naturwidrigen Weltsicht kollabieren.
1+1 Mensch ist eben NICHT gleich 2 Menschen.

Der Euro als Produkt der Geisteskrankheit namens Marxismus, die es den Erkrankten unmöglich macht, die Realität zu erkennen und zu akzeptieren, wird die Völker Europas nicht gleichmachen, wie sie es planen.
Sie können dazu noch so eine Zinswuchertyrannei von Bankenunion bis Zentralstaatsbrüssel erschaffen - sie werden den natürlichen Weg ALLER marxistischen Kunstgebilde (in jüngster Vergangenheit Jugoslawien, Tschechoslowakei oder UdSSR) nicht verhindern!

Der Preis aber wird sein - exakt wie bei der marxistischen Lüge von der multikulturellen Gesellschaft, die nichts anderes als der permanente Krieg im Innern und die Zerstörung jedes Gemeinschaftsgefühls ist - daß der Haß der Völker aufeinander erzeugt, geschürt und schließlich zur Explosion gelangt, wenn das marxistische Kunstprodukt Euro alle Ersparnisse und Wohlstand vernichtet haben wird.

Die menschliche Dummheit ist grenzenlos. Und die der NWO-Weltregierer ist die mosntröseste von allen.

Auenland

13.08.2013, 12:02 Uhr

Und bevor ein politisch korrketer Idiot an meinem Kommentar herummäkelt, soll er folgendes tun:
Den lieben Nachbarn samt Familie in seiner Wohnung einquartieren.
Nach einiger Zeit hat die Realität dann die Gehirnwäsche so weit zurückgedrängt, daß er kapiert, was der Spruch "gleich zu gleich gesellst sich gern" denn bedeutet und was man tun muß, um die besten Freundschaften in Haß umzuwandeln: man braucht nur die Prinzipien des Multikulturalismus und "Anti"-Rassismus anzuwenden.

So wird aus dem besten Nachbarn ein Todfeind.

Aber was nützen schon alle Argumente und Tatsachen bei einer Geisteskrankheit?

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