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07.01.2016

19:56 Uhr

Euro-Kronen-Kopplung

Dänische Zentralbank erhöht die Zinsen

Während die EZB den Leitzins weiter niedrig hält, setzt die dänische Notenbank auf eine Erhöhung. So wollen die Zentralbanker die Kopplung von Euro und Krone aufrechterhalten. Es ist der erste Zinsschritt seit Monaten.

Die Notenbanker peilen einen Zielkurs von 7,46038 Kronen zum Euro an. Derzeit liegt der Kurs nur marginal darüber. dpa

Dänemarks Nationalbank

Die Notenbanker peilen einen Zielkurs von 7,46038 Kronen zum Euro an. Derzeit liegt der Kurs nur marginal darüber.

KopenhagenDänemarks Notenbank hat ihre Leitzinsen angehoben. Die Zentralbank erhöhte den sogenannten Einlagensatz um 0,10 Punkte auf minus 0,65 Prozent, wie die Währungshüter am Donnerstag in Kopenhagen mitteilten. Es ist der erste Zinsschritt in Dänemark seit Februar 2015, als die Bank den Einlagensatz auf minus 0,75 Prozent gesenkt hatte. Die Zentralbank nutzt diesen Zins als Instrument, um die enge Koppelung der dänischen Landeswährung Krone an den Euro zu sichern. Zudem interveniert sie regelmäßig auf den Devisenmärkten. Den Diskontsatz und den Ausleihungssatz beließ die Notenbank bei 0,00 beziehungsweise 0,05 Prozent.

Die dänische Landeswährung wurde in den vergangenen Tagen zum Euro bei Kursen um die 7,4610 Kronen gehandelt und damit nahe dem Zielkurs von 7,46038 Kronen. Die Notenbank will den Wechselkurs nicht weiter als 2,25 Prozent von diesem Wert abweichen lassen. Im vergangenen Jahr war die Krone unter Aufwertungsdruck geraten, nachdem die Schweiz überraschend die Koppelung des Franken zum Euro aufgegeben hatte und die Europäische Zentralbank (EZB) ein massives Anleihenkaufprogramm angekündigte. Nach mehreren Zinssenkungen, massiven Interventionen am Devisenmarkt und der zeitweiligen Einstellung der Ausgabe von Staatsbonds hatte der Druck zuletzt etwas nachgelassen.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Von

rtr

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