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30.08.2013

10:55 Uhr

Eurokrise

Aus für Staatsanleihe-Bevorzugung hilft Kreditvergabe

Unternehmenskredite sollen wieder attraktiv werden, sagt der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann. Deshalb fordert er, Staatsanleihen nicht mehr bevorzugt zu behandeln. Das alleine reicht ihm aber nicht.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat eine Menge Forderungen zur Kreditvergabe im Privatsektor. Reuters

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat eine Menge Forderungen zur Kreditvergabe im Privatsektor.

FrankfurtEin Ende der bevorzugten Behandlung von Staatsanleihen in den Bilanzen der Banken würde letztendlich dazu beitragen, die Kreditvergabe an den Privatsektor zu erhöhen. Das hat Jens Weidmann, der Präsident der Deutschen Bundesbank, am späten Donnerstag bei einer Rede in Hamburg erklärt.

Die „Besserstellung staatlicher Schuld gegenüber Unternehmenskrediten zu beenden, wäre auch ein wichtiger Schritt, Ausleihungen an Unternehmen wieder attraktiver zu machen“, sagte Weidmann. „Die hohen staatlichen Risiken in den Bankbilanzen, die in der Krise teilweise noch zugenommen haben, hängen nämlich auch damit zusammen, dass Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden müssen und es keine Obergrenzen für Ausleihungen an Staaten gibt.“

Die Aufsichtsbehörden der Europäischen Union stufen die Staatsanleihen aus der Region in den Bilanzen der Banken als risikolos ein. Das hat sich negativ auf die Kreditvergabe durch Banken in Krisenländern ausgewirkt, weil diese bemüht sind, ihre Bilanzen auf Vordermann zu bringen.

Die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte in der Eurozone ist in den 15 Monaten bis Juli zurückgegangen, wie Daten der Europäischen Zentralbank belegen.

„Aber auch weitere regulatorische Schritte sind zentral“, erklärte Weidmann weiter. „Von entscheidender Bedeutung sind höhere Eigenkapitalanforderungen für Banken. Sie sorgen dafür, dass Banken höhere Verluste aus eigener Kraft schultern können und verlagern damit das Risiko zurück auf die Eigentümer. Dieser Prozess ist mit der Basel-III-Regulierung in Gang gekommen. Sie muss jetzt konsequent umgesetzt werden.“

Kommentare (3)

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Mazi

30.08.2013, 13:45 Uhr

Richtig und Banken müssen für Geldanlagen in Staatsanleihen gemäß ihren Risiken Eigenkapital vorhalten.

Mazi

30.08.2013, 13:50 Uhr

Weidmann empfiehlt sich als neuer Wirtschafts- und Finanzminister in der künftigen Bundesregierung!

Es muss Schluss sein, mit diesem unseriösen Handeln. Die Bürger brauchen Verlässlichkeit und nicht die Vertretung von Leuten, die sich nachher an nichts mehr erinnern (können).

Die Politik muss zur Seriösität zurückkehren. die Abgeordnetenkorruption muss auch in Deutschland ins Strafgesetzbuch.

Rechner

30.08.2013, 14:16 Uhr

O-Ton Weidmann
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„Die hohen staatlichen Risiken in den Bankbilanzen, die in der Krise teilweise noch zugenommen haben, hängen nämlich auch damit zusammen, dass Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden müssen und es keine Obergrenzen für Ausleihungen an Staaten gibt.“
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Man könnte an dieser Aussage jetzt bemäkeln, daß sie nur für Staatsanleihen mit "Investmentgrade" (>= BBB) zutrifft.

Aber im Kern hat Weidmann vollkommen recht.

Die Fehlregulierung der Banken durch Basel 1,2,3, der wir diese Staatsanleihe-Bevorzugung verdanken, hat zur Staatsschuldenkrise geführt.

Ebenso wie die Fehlregulierung der Banken durch Basel 1,2,3, der wir die Institutionalisierung der Bewertungen durch Betrügeragenturen verdanken, zur subprimekrise geführt hat.

...

Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn Herr Weidmann nicht NUR die Staatsanleihe-Bevorzugung , sondern das Gesamtproblem Basel erkennen würde.

Aber immerhin - er hat den ersten Schritt gemacht, und er ist ja noch jung.

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