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20.04.2015

16:58 Uhr

Europäische Zentralbank

EZB macht 989 Millionen Euro Gewinn

989 Millionen Euro umgesetzt, für 73 Milliarden eingekauft. EZB-Chef Draghi zeigt sich begeistert: Seine Aufgabe beschreibt er als „außergewöhnlich breit gefächert“. Nun geht das Anleihenkaufprogramm in die heiße Phase

Bei 898 Millionen Euro bekommt der Slogan eine ganz eigene Bedeutung. dpa

„Our money“

Bei 898 Millionen Euro bekommt der Slogan eine ganz eigene Bedeutung.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Gewinn verzeichnet als 2013: 2014 endete mit einem Nettogewinn von 989 Millionen Euro, wie die EZB am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. 2013 hatte die EZB noch einen Gewinn von rund 1,4 Milliarden Euro gemacht. Damals waren unter anderem die Zinserträge deutlich höher und die Verwaltungsaufwendungen geringer.

Mit 677 Millionen Euro gab die EZB im vergangenen Jahr rund 150 Millionen Euro mehr für die Verwaltung aus, was der Notenbank zufolge hauptsächlich auf die 2014 gestartete Bankenaufsicht zurückzuführen ist. Für die Aufsicht unter der Leitung der Französin Danièle Nouy stellte die EZB mehrere hundert Mitarbeiter ein.

„Aus geldpolitischer Sicht war die EZB im Jahr 2014 mit einem komplexen Umfeld konfrontiert“, erläuterte EZB-Präsident Mario Draghi im Vorwort des Jahresberichts. Das Aufgabenspektrum der obersten Währungshüter sei „im historischen Vergleich außergewöhnlich breit gefächert“ gewesen, erklärte Draghi mit Verweisen auf die extrem niedrigen Leitzinsen und die ersten Ankaufprogramme.

Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Zusätzliche Staatsanleihen und Wertpapiere

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

Schrittweise und auf breiter Basis

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Auch Papiere mit negativer Rendite

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Diese Papiere sollen gekauft werden

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Diese Anleihen sollen gekauft werden

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Vorkehrung gegen das Austrocknen

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

2014 hatte der EZB-Rat nicht nur den Leitzins mehrere Male gesenkt - zuletzt im September auf das historische Tief von 0,05 Prozent - sondern auch weitere geldpolitische Maßnahmen beschlossen. So kündigte die EZB im September den Kauf von besicherten Kreditpaketen an, sogenannten „ABS“ (Asset Backed Securities) und leitete nach den Worten Draghis die „monetäre Expansion“ ein. Im Januar 2015 beschlossen die Währungshüter den massenhaften Ankauf von Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro pro Monat.

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