Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2012

16:16 Uhr

Europäische Zentralbank

EZB stützt Wachstumspakt für Europa

Zentralbankchef Mario Draghi befürwortet einen Wachstumspakt für europäische Länder. Die Sparanstrengungen angeschlagener Euro-Staaten würden dadurch nicht konterkariert werden.

Der EZB-Rat mit seinem Präsidenten Mario Draghi war am Donnerstag zu Gast in Barcelona. AFP

Der EZB-Rat mit seinem Präsidenten Mario Draghi war am Donnerstag zu Gast in Barcelona.

BarcelonaDie Europäische Zentralbank (EZB) hat die Regierungen der Euro-Zone aufgerufen, parallel zur Sanierung ihrer Haushalte für mehr Wachstum zu sorgen. Er sehe „absolut keinen Widerspruch“ zwischen einer Politik für mehr Wachstum und einer Sanierung der Staatskassen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag im spanischen Barcelona nach dem dortigen Treffen des Zentralbankrates.

Wachstum müssen wieder „in das Zentrum“ der politischen Tagesordnung gerückt werden. Es sei dringend notwendig, Wachstum und Wachstumspotenziale in Europa zu erhöhen, sagte Draghi. Wachstum könne durch politische Strukturreformen, die Schaffung von Arbeitsplätzen oder Gründung neuer Unternehmen geschaffen werden.

Pressekonferenz: EZB-Präsident erwartet Inflation 2013 bei unter zwei Prozent

Pressekonferenz

Draghi sieht Inflation im Griff

Das Protokoll der heutigen Pressekonferenz von Mario Draghi.

In der europäischen Schuldenkrise seien zwar in vielen Ländern Fortschritte erzielt worden. Jedoch müsse „einen Reihe von Regierungen noch ambitionierter“ sein, um die Staatsschuld abzutragen und dem Wachstum einen Schub zu geben.

Ratssitzung in Barcelona: EZB  hält Leitzins trotz politischen Drucks auf Rekordtief

Ratssitzung in Barcelona

EZB hält Leitzins trotz politischen Drucks auf Rekordtief

Der EZB-Rat tagt im Auge des Sturms, lässt sich von den Sorgen um Spaniens Bankensektor nicht zu übereilten Aktionen drängen. Nach der jüngsten Geldflut sehen die Währungshüter nun Politik und Banken am Zug.

Der Zentralbankrat beließ den Leitzins für die Euro-Zone bei seiner turnusmäßigen Sitzung auf dem historischen Tief von 1,0 Prozent. Niedrige Zinsen sollen der Wirtschaft einen Schub geben. Banken können sich bei niedrigen Zinsen günstig mit Geld von der Zentralbank eindecken, das sie in Form von Krediten weitergeben können. Allerdings beobachteten Experten zuletzt, dass Geldhäuser das günstige Geld auch dazu nutzen, ihre eigenen Finanzen zu sanieren.

Hilfen der EZB

Staatsanleihekäufe

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit Mai 2010 auf dem Sekundärmarkt - also von der Finanzbranche - Staatsanleihen oder Peripherieländer Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien im Wert von 214 Milliarden Euro gekauft und damit die Risikoprämien für Bonds dieser Länder gesenkt.

Dreijahrestender

Im Dezember und Februar haben die Frankfurter Währungshüter den Bankensektor mit mehr als einer Billion Euro geflutet. Der Zins auf die Kredite beträgt ein Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Die Banken investierten die Gelder teilweise in höher verzinste Anleihen.

Sicherheiten

Die Anforderungen an die Sicherheiten, die von Banken für EZB-Kredite von der Notenbank zu hinterlegen sind, wurden im Verlauf der Krise sukzessive gesenkt und erhöhten so die Liquidität der Banken im Euro-Raum.

Die Sitzung in Barcelona fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt, da in dem krisengeschüttelten Land mit Protesten zu rechnen war. Vor dem Tagungsort versammelte sich aber nur eine kleine Gruppe von Demonstranten mit Spruchbändern.

Von

afp

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

WFriedrich

03.05.2012, 16:32 Uhr

Zitat: "Wachstum könne durch politische Strukturreformen, die Schaffung von Arbeitsplätzen oder Gründung neuer Unternehmen geschaffen werden".

Diese Vorstellung ist unkonkret. Sie verpackt die uralte Frage neu: was war eher - die Henne oder das Ei.

Pequod

03.05.2012, 16:59 Uhr

Falsche Wege!!
-----------------
Ein Wachstum entsteht bestimmt nicht wenn Mario Draghi
einseitig seine Milliarden in die Hände der Bankspeku-
lanten zur Vernichtung zum Kauf von faulen Staatsan-
leihen lenkt!!

Account gelöscht!

03.05.2012, 17:09 Uhr

Na klar - die Politik soll`s richten. Dabei haben sie das Problem genau so geschaffen. Soll jetzt wieder das Baugewerbe in Spanien mit Steuermitteln gestützt werden? Arbeitsplätze wurden noch nie von der Politik geschaffen - außer im öffentlichen Dienst. Das hat doch nix mit Wachstum zu tun. und kann auch nicht nachhaltig sein. Ideen für unternehmerische Tätigkeit ist noch nie von Politikern gekommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×