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02.10.2017

17:54 Uhr

Europäische Zentralbank

Notenbank noch nicht am Ziel

Die Europäische Zentralbank steht vor einem neuen Zukunfts-Programm: Ziel ist weiterhin eine Inflationsrate von zwei Prozent. Nur die Instrumente müssten neu angepasst werden, sagt der EZB-Chefvolkswirt Peter Praet.

Chefvolkswirt Peter Praet sieht eine „solide“ Erholung des Euro-Raumes. Reuters

Erholung

Chefvolkswirt Peter Praet sieht eine „solide“ Erholung des Euro-Raumes.

FrankfurtDie EZB wird laut Chefvolkswirt Peter Praet im Herbst ihre Instrumente zur Stützung der Konjunktur neu kalibrieren. Dabei werde der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) im Blick haben, welcher geldpolitische Anschub weiter notwendig sei, um eine nachhaltige Entwicklung der Inflation hin zur Zielmarke zu erreichen, sagte der oberste EZB-Ökonom am Montag in London laut Redetext.

Die Erholung im Euro-Raum sei zwar „solide, breitbasiert und widerstandsfähig“. Die Wirtschaft müsse aber nach wie vor noch hinreichende Fortschritte bei der Inflation erzielen.

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Die Preissteigerung ist fast überall hartnäckig niedrig. Stellt sich die Frage: Inwieweit kann die Geldpolitik tatsächlich die Inflation beeinflussen? Die Notenbanken sollte ihre starren Ziele aufgeben. Ein Kommentar.

Die EZB strebt mittelfristig knapp unter zwei Prozent Teuerung als Idealwert für die Wirtschaft an. „Aus heutiger Sicht sind wir noch um einiges von einer nachhaltigen Anpassung entfernt,“ sagte der Belgier. Im September lag die Inflation im Währungsraum gerade einmal bei 1,5 Prozent.

Das wichtigste Instrument der Notenbank ist aktuell ihr billionenschweres Anleihen-Kaufprogramm. Laufzeit und Kaufvolumen sind Praet zufolge dabei die wichtigsten Stellschrauben. In einem mehr normalen Marktumfeld seien Investoren geduldiger und könnten entsprechend einen Stimulus mit längerer Laufzeit besser einschätzen, sagte er.

Notenbank-Chef Mario Draghi hatte für die Ratssitzung im Oktober eine Weichenstellung zur Zukunft des Programms signalisiert. Aktuell erwerben die Währungshüter Monat für Monat Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro. Die auf 2,3 Billionen Euro angelegten Käufe sollen noch bis mindestens Ende des Jahres laufen.

Experten gehen davon aus, dass die EZB im Oktober entscheidet die Käufe über das Jahresende hinaus zu verlängern – aber mit geringerem monatlichen Kaufvolumen.

Von

rtr

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