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06.06.2016

14:09 Uhr

Europäische Zentralbank

Nowotny sieht Phase akuter Deflationsgefahr überwunden

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny glaubt, dass die akute Deflationsgefahr nicht mehr so stark ist. Sein Ratskollege Jan Smets warnt allerdings. Auch die Volksbanken äußern sich kritisch.

Laut EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat die Zentralbank durch die Politik von Mario Draghi in ihrem eigentlichen Gebiet, dem Inflationsbereich, einen deutlichen Sprung vorwärts gemacht. Reuters

Gute Laune bei der EZB

Laut EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat die Zentralbank durch die Politik von Mario Draghi in ihrem eigentlichen Gebiet, dem Inflationsbereich, einen deutlichen Sprung vorwärts gemacht.

Wien/BrüsselDie Euro-Zone hat aus Sicht von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny die unmittelbare Gefahr einer Abwärtsspirale bei den Preisen hinter sich gelassen. „Die Phase, in der wir in einer akuten Deflationsgefahr gewesen sind, diese Phase ist überwunden“, sagte Österreichs Notenbank-Gouverneur am Montag in Wien. Seinem Ratskollegen Jan Smets zufolge muss die Europäische Zentralbank (EZB) aber wachsam bleiben, dass sich die derzeitige Mini-Inflation nicht bei Preisen und Löhnen festsetzt.

Kommt es zu einem Abwärtssog bei Preisen, Gehältern sowie Investitionen, kann dies eine Wirtschaft für lange Zeit lähmen. Konsumenten halten sich dann in der Erwartung zurück, Produkte bald noch günstiger zu bekommen. Unternehmen verdienen weniger, schieben Investitionen auf und stellen keine Mitarbeiter mehr ein. Deswegen strebt die EZB eine Inflation von knapp zwei Prozent als idealen Wert für die Wirtschaft an.

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„Ich glaube, dass die Europäische Zentralbank in ihrem eigentlichen Gebiet, nämlich im Inflationsbereich, durchaus einen deutlichen Sprung vorwärts gemacht hat“, sagte Nowotny. Er verwies dabei auf die jüngsten Prognosen der EZB. Nachdem für die Euro-Zone für 2016 eine Inflationsrate von 0,2 Prozent erwartet werde, sei 2017 und 2018 mit einem Sprung auf 1,3 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent zu rechnen.

Auch Belgiens Notenbank-Chef Smets kann aktuell nicht erkennen, dass die Mini-Inflation sich bei Preisen und Löhnen festsetzt. „Wir sehen das bis jetzt nicht.“ Die EZB müsse aber auf alle Signale achten. Sie habe mit ihren geldpolitischen Schritten dafür gesorgt, dass die Preise nicht noch stärker abrutschten. Einige der beschlossenen Maßnahmen müssten zudem ihre Wirkung erst noch entfalten.

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Die Euro-Währungshüter hatten im März ein umfassendes Maßnahmenbündel auf den Weg gebracht. Sie beschlossen unter anderem, ihr großes Anleihenkaufprogramm um den Erwerb von Firmenbonds zu ergänzen. Mit diesen Käufen will die EZB am Mittwoch starten. Das stößt aber nicht überall auf Gegenliebe. Aus Sicht der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken schaden solche Transaktionen dem Mittelstand. Für Firmen ohne Zugang zum Kapitalmarkt entstehe ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Großunternehmen, erklärte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Für 99 Prozent der kleinen und mittelgroßen Firmen sei eine Finanzierung über Schuldtitel kein relevanter Weg.

Von

rtr

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