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16.01.2017

17:05 Uhr

Europäische Zentralbank

Staatsanleihenkäufe legen zu

Die EZB hat in der Woche zum 13. Januar Schuldtitel im Wert von knapp 19 Milliarden Euro aufgekauft. In der Vorwoche waren es noch rund elf Milliarden Euro. Seit März 2015 hat die EZB knapp 1,3 Billionen Euro erworben.

Das umstrittene Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank läuft seit März 2015. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. dpa

EZB-Gebäude vor Banken-Skyline

Das umstrittene Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank läuft seit März 2015. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank forciert ihre in Deutschland umstrittenen Staatsanleihenkäufe deutlich. In der Woche zum 13. Januar nahmen die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Zone öffentliche Schuldtitel im Volumen von 18,90 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie sie am Montag mitteilte. In der Vorwoche waren es 10,99 Milliarden Euro gewesen.

Seit Programmstart im März 2015 haben die Währungshüter damit Staats- und Regionalanleihen sowie Papiere supranationaler Institutionen im Umfang von 1,285 Billionen Euro erworben. Mit den Käufen will die Zentralbank die Konjunktur anschieben und für mehr Preisauftrieb im Euro-Raum sorgen. Erst im Dezember hatte sie beschlossen, die Transaktionen um neun Monate bis Ende dieses Jahres zu verlängern. Das Gesamtvolumen des Programms steigt dadurch bis Laufzeitende - andere Wertpapiere eingeschlossen - auf 2,28 Billionen Euro.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Seit Juni 2016 zählen auch Firmenanleihen dazu. In der Woche bis 13. Januar erwarben die Euro-Wächter Schuldtitel der Unternehmen im Volumen von 2,17 Milliarden Euro, nachdem es in der Vorwoche lediglich 770 Millionen Euro gewesen waren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Old Harold

17.01.2017, 13:10 Uhr

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