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19.05.2015

20:04 Uhr

Ewald Nowotny

EZB-Banker gibt Entwarnung wegen Deflation

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sieht die Gefahr einer Deflation in Europa gebannt. Das liege auch an der lockeren Geldpolitik der Währungshüter. Für ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum seien aber Strukturreformen nötig.

Eine Diskussion über ein Ende der lockeren Geldpolitik der EZB ist laut Ratsmitglied Ewald Nowotny verfrüht. Reuters

Ewald Nowotny

Eine Diskussion über ein Ende der lockeren Geldpolitik der EZB ist laut Ratsmitglied Ewald Nowotny verfrüht.

WienEuropa steht nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny nicht mehr am Rande einer langanhaltenden wirtschaftlichen Schwächephase aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen. „Diese Gefahr ist jetzt gebannt“, sagte Nowotny am Dienstag auf einer Veranstaltung in Wien.

Die EZB habe dazu mit ihrer lockeren Geldpolitik einen Beitrag geleistet. Für ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum seien jedoch Strukturreformen nötig.

Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Zusätzliche Staatsanleihen und Wertpapiere

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

Schrittweise und auf breiter Basis

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Auch Papiere mit negativer Rendite

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Diese Papiere sollen gekauft werden

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Diese Anleihen sollen gekauft werden

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Vorkehrung gegen das Austrocknen

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

Hier hinke Europa den stärker wachsenden USA noch hinterher. Eine Diskussion über ein Ende der lockeren Geldpolitik der EZB sei daher verfrüht. „Hier haben wir sicherlich mit einer längeren Phase niedriger Zinsen zu rechen“, sagte Nowotny. Diese könnten jedoch auch kein „Dauerzustand“ sein.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Wilfried Runft

19.05.2015, 20:55 Uhr

Bei einem solchen Geschwätz schwillt mir der Kamm! Das Anziehen der Inflation ist lediglich den gestiegenen Energiepreisen zu "verdanken", die Anleihekäufe der EZB sind weitestgehend wirkungslos, weil das meiste Geld in den öffentlichen Haushalten verschwindet, mit dem Rest wird an der Börse spekuliert. Die Risiken, die sowohl die öffentliche Hand als auch Banken eingehen, sind nicht mehr überschaubar. Sollte es zu einem Börsencrash kommen, und das ist jederzeit denkbar, weil private Investoren jeden Tag Billionen um den Globus jagen, da kommt auch eine EZB nicht mehr mit, werden mit einem Schlag Banken und Staatshaushalte in Schieflage geraten. ME sind deshalb die Anleihekäufe der EZB geradezu verantwortungslos und wirkungslos. Es ist für mich unfassbar, dass weder BVerfG noch EuGH Draghi in den Arm fällt. Merkel wird sich am Ende ihrer Karriere 2 Fehler vorwerfen müssen: Sie hat sowohl Juncker als auch Draghi nicht verhindert. Beide agieren massivst gegen deutsche Interessen, ich würde sie nicht mit der Kneifzange anfassen...

Herr reiner tiroch

21.05.2015, 08:31 Uhr

das böse Wort Deflation wurde doch schon seit mindestens 2000 bis heute laufend dementiert, gell? und nun gibt keine mehr, da gebannt? weil der Spritpreis hochjagt? oder sonstige Kosten wie geplant?

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