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04.01.2005

14:20 Uhr

Experten bevorzugen im europäischen Vergleich deutsche und österreichische Aktien

Nur einige Nebenwerte bieten Chancen

VonChristian Schnell

Die Prognosen sind einhellig: Die Hausse europäischer Nebenwerte geht 2005 nach vierjähriger Dauer zu Ende; Anleger dürften sich wieder den Standardwerten zuwenden. Allerdings gehen viele Aktienstrategen, Fondsmanager und Anlageberater davon aus, dass mit ausgewählten kleineren Aktien noch immer außergewöhnliche Renditen erwirtschaftet werden können.

FRANKFURT/M. Und gerade Titel der zweiten Reihe aus Deutschland und Österreich gelten als viel versprechend. David Dudding, Fondsmanager des Threadneedle European Smaller Companies Growth Fund, begründet die Chancen deutscher und österreichischer Nebenwerte so: „Die Verwalter von Private-Equity- Fonds, die immer als Erste die Chancen bei einem anstehenden Umschwung ergreifen, sind in diesen Ländern bereits sehr aktiv, weil die Bewertungen der Unternehmen kaum verlockender sein können.“ Für österreichische Nebenwerte spricht seiner Ansicht nach, dass sie durch ihre geographische Lage vom Wachstum der neuen EU-Länder Tschechien, Slowakei und Ungarn profitieren.

Die Chancen europäischer Nebenwerte haben auch US-Banken entdeckt, die bislang vor allem auf den heimischen Aktienmarkt fixiert waren. Die Strategen von Morgan Stanley gehen dabei nach drei Kriterien vor: Zum einen suchen sie Unternehmen, die bereits erfolgreich in Nischenmärkten mit hohen Eintrittsbarrieren tätig sind. Des Weiteren sollten diese strukturelles Wachstumspotenzial bieten und akzeptabel bewertet sein.

Dabei spielen Themen wie die alternde Bevölkerung, die steigende Akzeptanz des Bezahlfernsehens und die „Outsourcing-Welle“, also die Ausgliederung von Produktion und Dienstleistungen, die wesentliche Rolle. Zu den fünf Top-Empfehlungen zählen mit Wincor Nixdorf und Rhön Klinikum auch zwei deutsche Aktien. Wincor Nixdorf war erst im Mai an die Börse gegangen und hat seither bereits über 40 Prozent an Wert zugelegt. Die Experten loben, dass bei Bankautomaten, wie sie das Paderborner Unternehmen herstellt, sowohl in Europa als auch in den USA zunehmender Erneuerungsbedarf besteht. Daneben gebe es mit einer steigenden Automatisierung in den Banken auch in Zukunft große Wachstumschancen in einem Markt, der insgesamt einem Oligopol gleiche.

Die Aktie von Rhön Klinikum halten die Experten mittelfristig für aussichtsreich, wenn weitere bislang öffentliche Kliniken zum Konzern hinzustoßen. Kurzfristig belastet hingegen die Unsicherheit über mögliche Auflagen des Kartellamts.

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