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19.01.2005

11:00 Uhr

Experten erwarten weiteren Boom, auch wenn die Notierungen kurzfristig nachgeben sollten

Rohstoffe bieten gute Perspektiven

VonUdo Rettberg

Die meisten Analysten gehen nicht davon aus, dass auf den Rohstoffmärkten ein Ende der Hausse eingeläutet wird. Der durch hohe Nachfrage, stagnierendes Angebot und steigende Preise gekennzeichnete Rohstoffzyklus werde für die nächsten sieben bis zehn Jahre Bestand haben, hieß es.

FRANKFURT/M. Der Preisaufschwung an den Rohstoffmärkten ist nach drei Jahren ins Stocken geraten. Die Notierungen werden nach Expertenansicht in diesem Jahr auf hohem Niveau stagnieren oder auch leicht fallen. Gleichwohl gehen die meisten Analysten nicht davon aus, dass damit das Ende der Hausse eingeläutet wird. Der durch hohe Nachfrage, stagnierendes Angebot und steigende Preise gekennzeichnete Rohstoffzyklus werde für die nächsten sieben bis zehn Jahre Bestand haben, sagt etwa Jeff Currie, Rohstoff- Analyst von Goldman Sachs. Auch andere Fachleute sehen in Rohstoffen eine interessante, wenn nicht sogar die derzeit reizvollste Anlageklasse.

„Die Hausse wird zumindest im ersten Halbjahr 2005 weitergehen“, sagt Patricia M. Mohr, Rohstoff-Analystin der Scotiabank Group in Toronto. Einen weiteren Blick in die Zukunft wagt die Expertin allerdings nicht. Eric Zaunscherb vom Finanzhaus Raymond James Canada schätzt, die Preise würden 2005 nicht so steigen wie im Vorjahr.

An den langfristig positiven Aussichten zum Beispiel für die Minenindustrie habe sich nichts geändert, ergänzt Zaunscherb. „Die Metallbestände befinden sich weiter auf extrem niedrigen Niveau“, nennt er einen Grund für seinen langfristigen Optimismus. Die Minenindustrie habe ihre Investitionen in die Entdeckung und Erschließung neuer Projekte im Vergleich zum Tief 2002 im vergangenen Jahr in etwa verdoppelt.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Experten glaubt Damien Hackett von Kanadas führendem Rohstoffbroker Canaccord Capital Hackett nicht an die These vom „ Superzyklus bei Rohstoffen“. Er begründet das unter anderem mit der absehbaren Ausweitung des Angebots: „Im Jahr 2006 könnten die Investitionen der Metallminen weltweit das 1997er Rekordniveau von rund 30 Mrd. Dollar erreichen.“

Einige Rohstoffproduzenten scheinen selbst nicht so recht die Fortsetzung des Booms zu glauben. So beobachtet etwa Goldmann-Experte Currie Zurückhaltung bei den internationalen Ölunternehmen. Die Ölbranche sitze als Folge des starken Preisanstiegs auf einem gigantischen Liquiditätsberg. „Dass dieses Geld nicht in die Suche nach neuen Ölvorkommen oder in die Ausweitung und Modernisierung der Infrastruktur investiert wird, ist nur damit zu erklären, dass die Unternehmen nicht an eine Fortsetzung der Ölhausse glauben“, argumentiert Currie. Die Engpässe im Transport, in der Lagerung und Verarbeitung würden den Ölpreis daher auch im Jahr 2005 auf einem hohen Niveau von über 45 Dollar je Barrel halten.

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