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18.02.2004

10:38 Uhr

Experten raten beim Optionsscheinkauf zu Stop-Loss-Marken – Laufzeiten sollten nicht zu kurz gewählt werden

Von Gier und Angst getrieben

VonKathrin Quandt

Alle Optionsscheinkäufer träumen vom großen Gewinn. Doch oft stehen sich die Anleger selbst im Wege, machen psychologische Fehler, die ihnen die Erfolgschancen verbauen. „Anleger handeln in vielen Fällen irrational“, bestätigt Florian Brechtel, Optionsscheinexperte bei der Deutschen Bank.

HANDELSBLATT, 18.2.2004. Optionsscheinkäufer sollten grundsätzlich vermeiden, sich bei ihren Investitionsentscheidungen stark nach Gefühlen wie Angst oder Gier zu orientieren. Je rationaler sie bei einem Kauf vorgehen – das gilt für Optionsscheine wie für Aktien –, desto größer sind ihre Erfolgschancen. „Anleger begehen häufig den Fehler, zu lange an Verlustbringern festzuhalten“, sagt Joachim Goldberg, Geschäftsführer von Cognitrend in Frankfurt. Denn sie wollen sich nicht eingestehen, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben – lieber halten sie an ihren Engagements fest und hoffen, dass die Kurse irgendwann anziehen und sie aus der Verlustzone kommen werden. Um diese Verhaltensweise zu vermeiden ist es sinnvoll, den maximal finanziell erträglichen Verlust vor Beginn des Handelns festzulegen. Mit Stop-Loss- Marken, die bei Erreichen oder Unterschreiten eines bestimmten Kurses der Aktie oder des Optionsscheins automatisch Verkäufe auslösen, können sich Investoren dann vor dem Fall ins Bodenlose bewahren.

Ein weiterer häufig begangener Fehler vieler Investoren ist, die eigene Risikoneigung falsch einzuschätzen. Hier geben Experten immer wieder denselben Tipp, den die wenigsten Anleger tatsächlich umsetzen: Bevor man den ersten Optionsschein kauft, sollte man sich mit den Grundlagen der Optionstheorie vertraut machen. Und ferner ist es sinnvoll, auf dem Papier beziehungsweise im Internet Trockenübungen machen, also die Preisentwicklung eines oder mehrerer Schein eine Weile mitzuverfolgen. Auf diese Weise erhöht der Anleger seine Urteilskraft in Bezug auf die Risiken, die er eingeht.

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