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03.08.2015

16:40 Uhr

EZB-Anleihenkaufprogramm

Draghi erhöht Tempo der Anleihenkäufe

Das EZB-Kaufprogramm erlebt eine leichte Tempoverschärfung: Die Anleihenbestände stiegen mit 248,9 Milliarden Euro auf ein Rekordlevel. Allein in der vergangenen Woche sollen elf Milliarden Euro ausgegeben worden sein.

Im letzten Licht ragt die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt vor der Bankenskyline auf. dpa

EZB in Frankfurt

Im letzten Licht ragt die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt vor der Bankenskyline auf.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrem Mammut-Programm zum Ankauf von Staatsanleihen das Tempo wieder geringfügig erhöht. Die EZB und die nationalen Notenbanken erwarben seit dem Start der Käufe am 9. März inzwischen Bonds im Volumen von 248,9 Milliarden Euro, wie die Währungshüter am Montag mitteilten.

In der Woche bis zum 31. Juli nahmen sie dabei für 11,0 Milliarden Euro zusätzliche Staatsanleihen in ihre Bücher. In der Woche davor waren es noch Anleihen für 10,3 Milliarden Euro gewesen. Die EZB hatte angekündigt, je Monat im Schnitt Wertpapiere im Volumen von rund 60 Milliarden Euro zu erwerben. Während der Ferienzeit sollen die Käufe allerdings etwas zurückgehen.

Insgesamt will die EZB bis September 2016 Wertpapiere im Umfang von 1,14 Billionen Euro kaufen. Dazu gehören neben Staatsanleihen auch Pfandbriefe („Covered Bonds“) und Hypothekenpapiere („ABS“). Mit der Geldflut will EZB-Chef Mario Draghi die Banken dazu bewegen, mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Die Idee: Erwerben die Notenbanken massiv Anleihen, sinken deren Renditen und sie werden in der Folge als Investment für die Geldhäuser weniger attraktiv.

Die Macht und die Mittel der EZB

Ziele

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll Preisstabilität wahren, die Wirtschaftspolitik unterstützen und Finanzstabilität sichern.

Leitzinsanpassung

Leitzinsanpassungen sind das traditionelle Mittel, um die Wirtschaft und die Arbeitsnachfrage zu dämpfen oder zu stimulieren, und so die Lohnentwicklung und die Inflation stabil zu halten.

Negativzinsen

Negativzinsen von 0,1 Prozent berechnet die EZB den Banken für deren Guthaben bei der Notenbank. Jede Bank will ihre überzähligen Guthaben zu einer anderen Bank schieben, indem sie Wertpapiere kauft oder Kredite vergibt.

Langfristkredite

Langfristkredite vergibt die EZB seit Ende 2011 und ergänzt damit die normalen kurzfristigen Kredite. Das hilft den Banken bei der Finanzierung, da Bankanleihen teurer und für manche gar nicht mehr zu haben waren.

Pfandbriefe

Pfandbriefe und Kreditverbriefungen kauft die EZB den Banken seit Herbst 2014 ab. Auch das hilft bei der Refinanzierung und sorgt für mehr Bankguthaben bei der EZB, was die Bereitschaft zur Kreditvergabe erhöhen soll.

Käufe von Staatsanleihen

Käufe von Staatsanleihen als Mittel der Geldpolitik setzte die EZB erstmals 2010 ein, um die Renditen von Anleihen der Peripherieländer zu drücken, die damals kräftig nach oben schossen. Das gelang mit dem relativ kleinen Programm nur bedingt. Im September 2012 ersetzte die EZB dieses SMP-Programm durch das OMT-Programm. Sie erklärte sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Bisher kam das Programm nicht zum Einsatz. Seit März 2015 erwirbt sie mit einem erweiterten Kaufprogramm im großen Stil Staatsanleihen. Der Gegenwert landet als Bankguthaben bei den Verkäufern, zum Beispiel Fonds, und als überschüssiges Guthaben auf den Zentralbankkonten der Banken. Das treibt vor allem die Kurse von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Immobilien in die Höhe. Indirekt soll das die Wirtschaft ankurbeln.

Notkredite

Notkredite (ELA) können nationale Zentralbanken des Euro-Raums ihren heimischen Banken gewähren, wenn diese nicht mehr genug gute Sicherheiten für normale EZB-Kredite haben. Die EZB muss diese ELA-Kredite genehmigen. Untersagt sie sie, etwa wenn Griechenland sich nicht mit den Gläubigern einigen kann, haben die Banken keinen Zugang zu Euro-Guthaben und Euro-Bargeld mehr, was zur Schließung und letztlich zum erzwungenen Austritt aus der Währungsunion führen kann.

Die Vergabe von Krediten wird im Vergleich dazu lukrativer. Die Konjunktur würde angeschoben und was auch die Inflation anheizen würde. Diese liegt aktuell noch längst nicht auf dem von der EZB gewünschten Niveau. Im Juni lag die Teuerung im Währungsraum lediglich bei 0,2 Prozent.

Mittelfristig peilt die Ezb aber einen Preisanstieg von knapp zwei Prozent an, den sie als ideal für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung betrachtet. Griechische Anleihen sind aktuell nicht Teil des Kaufprogramms. Sie erfüllen derzeit nicht die Voraussetzungen

Von

rtr

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