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27.04.2015

16:28 Uhr

EZB auf Shopping-Tour

Staatsanleihen für 85 Milliarden Euro

Draghis Anleihenkaufprogramm trägt Früchte: Die Europäische Zentralbank (EZB) erwarb für insgesamt 85 Milliarden Euro öffentliche Schuldtitel. Künftig wollen die Währungshüter rund 60 Milliarden Euro pro Monat ausgeben.

Die Euro-Skulptur leuchtet vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB): Die Währungshüter haben bereits 85 Milliarden Euro für Staatsanleihen ausgeben. dpa

Das Geldkarussell dreht sich

Die Euro-Skulptur leuchtet vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB): Die Währungshüter haben bereits 85 Milliarden Euro für Staatsanleihen ausgeben.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) treibt ihr über eine Billion Euro schweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen voran. In den ersten sieben Wochen des festgelegten Zeitraums erwarben die Währungshüter für insgesamt 85 Milliarden Euro öffentliche Schuldtitel, wie die EZB am Montag mitteilte.

In der Zahl sind bis zum 24. April abgewickelte Käufe enthalten. Die EZB gibt wöchentlich Auskunft über den aktuellen Stand. Pro Monat wollen die EZB und die nationalen Notenbanken Papiere im Umfang von rund 60 Milliarden Euro erwerben. Darin sind auch Pfandbriefe („Covered Bonds“) und Hypothekenpapiere („ABS“) enthalten.

Die Währungshüter starteten ihr Kaufprogramm am 9. März. Bis September 2016 wollen sie Wertpapiere im Gesamtumfang von rund 1,14 Billionen Euro erwerben.

Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Zusätzliche Staatsanleihen und Wertpapiere

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

Schrittweise und auf breiter Basis

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Auch Papiere mit negativer Rendite

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Diese Papiere sollen gekauft werden

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Diese Anleihen sollen gekauft werden

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Vorkehrung gegen das Austrocknen

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

EZB-Präsident Mario Draghi will mit dem in der Fachwelt „Quantitative Easing“ (QE) genannten geldpolitischen Schritt die Kreditvergabe der Banken anschieben, womit der Konjunktur in der Euro-Zone auf die Sprünge geholfen werden soll.

Von

rtr

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