Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2015

13:10 Uhr

EZB-Chef Draghi in Portugal

Ausblick „so gut wie seit sieben Jahren nicht“

VonJan Mallien

EZB-Chef Draghi lobt die Erfolge der Geldpolitik. Die Wachstumsaussichten in der Euro-Zone seien so gut wie lange nicht. Trotzdem fordert er weitere Reformen von den Mitgliedsstaaten.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, bei seiner Rede in Sintra, Portugal. dpa

EZB-Forum in Portugal

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, bei seiner Rede in Sintra, Portugal.

SintraSo optimistisch wie heute war EZB-Chef Mario Draghi lange nicht mehr. „Der wirtschaftliche Ausblick für die Eurozone ist günstiger als in den vergangenen sieben Jahren“, sagte er in seiner Eröffnungsrede auf dem EZB-Forum im portugiesischen Sintra. „Die Geldpolitik wirkt auf die Wirtschaft.“ Das Wachstum ziehe an. Außerdem hätten sich die Inflationserwartungen erholt.

Draghi sieht dies als besondere Chance für politische Reformen. Dank des zyklischen Aufschwungs seien die Chancen für strukturelle Reformen „nahezu perfekt“. Gemeint sind Schritte, die die Angebotsbedingungen der Wirtschaft verbessern. Zum Beispiel ein flexiblerer Arbeitsmarkt oder stärkerer Wettbewerb auf einzelnen Märkten.

Dies sei gerade in einer Währungsunion besonders wichtig, weil dort die Geldpolitik nicht auf spezielle Probleme in einzelnen Ländern reagieren könne, sagte Draghi. Die Arbeitslosigkeit variiert innerhalb der Eurozone sehr stark. Außerdem sind die langfristigen Wachstumsaussichten vergleichsweise gering: Während Ökonomen das potentielle Wachstum für die USA auf über zwei Prozent schätzen, gehen sie für die Eurozone von einem Wert von unter einem Prozent aus.

Dies sei aus drei Gründen problematisch, sagte Draghi. Erstens sei die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der Eurozone extrem hoch. Ohne Reformen werde sie dauerhaft bei über zehn Prozent bleiben. Zweitens sei die Verschuldung der Staaten und des Privatsektoren sehr hoch. Diese Schulden ließen sich ohne höheres Wachstum nicht abbauen. Und drittens würden bei einer geringen Wachstumsrate auch die Zinsen gering bleiben. Dadurch stoße die Geldpolitik schneller an ihre Grenzen, die in der Nähe eines Zinses von Null lägen. „Geldpolitik kann die Wirtschaft zurück zu ihrem Potential bringen. Strukturelle Reformen können das Potential erhöhen“, sagte Draghi.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.05.2015, 13:32 Uhr

Der Drucker Draghi wieder. Mit seinen Aussagen ermuntert er die Schuldenstaaten weiter Schulden zu machen und Reformen liegen zu lassen.

Account gelöscht!

22.05.2015, 13:42 Uhr

Draghi ist ein reiner Schwätzer! Wer nimmt diesen Flachmann noch ernst?

Herr Wilfried Runft

22.05.2015, 15:24 Uhr

Draghi ist wohl der Ansicht, seine Anleihekäufe bei jeder Gelegenheit rechtfertigen zu müssen. Dabei ist es doch wohl so, dass trotz Geldpolitik der EZB in einigen Ländern des Euro-Raumes die Konjunktur etwas besser läuft, das haben aber ganz bestimmt die Anleihe-Käufe nicht verursacht! Wenn man heute wieder sieht, dass der Euro eine Schwankungsbreite von annähernd 2% hat, kann in diese Währung und schon gar nicht in die EZB Vertrauen aufkommen. Der Euro ist unter Draghi zu einer Zockerwährung verkommen. Es wäre eigentlich an der Zeit, Draghi an der Spitze samt seinem Insiderwissen plaudernden Kollegen abzulösen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×