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06.02.2017

17:13 Uhr

EZB-Chef vor dem Europaparlament

Draghi warnt vor Rückwärtsrolle bei Bankenregulierung

Der neue US-Präsident Donald Trump will wichtige Finanzreformen zurückdrehen. EZB-Chef Draghi dagegen hält eine eine schwächere Regulierung der Banken für gefährlich - vor allem in Zeiten des billigen Geldes.

EZB-Chef Mario Draghi hat eine Abkehr von der Bankenregulierung für keine gute Idee. AFP; Files; Francois Guillot

Mario Draghi

EZB-Chef Mario Draghi hat eine Abkehr von der Bankenregulierung für keine gute Idee.

BrüsselAuf Fragen zum neuen US-Präsidenten Donald Trump, reagiert EZB-Präsident bislang sehr zurückhaltend. Auch bei seinem Auftritt vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel am Montag ließ er sich kaum aus der Reserve locken. „Wir müssen sehen, was die Amerikaner machen wollen, sagt er zum Beispiel. Eine Ausnahme gab es jedoch, wo Draghi deutlich wurde: Eine schwächere Regulierung der Finanzbranche hält er für keine gute Idee. „Das Letzte, was wir im Augenblick brauchen, ist eine Lockerung der Regulierung,“ sagte er. Die Vorstellung, dass sich die Situation vor der Finanzkrise wiederholen könne, sei sehr beunruhigend.

Eine lockere Geldpolitik und schwache Regulierung sei genau jene Kombination, die zur Finanzkrise geführt habe. „Ich sehe keinen Grund das Regulierungsniveau zu lockern,“ so Draghi.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

US-Präsident Donald Trump hatte jüngst einen Erlass unterzeichnet, wonach die Wall-Street-Reformen (Dodd-Frank-Gesetz) überprüft werden sollen. Das Gesetz von 2010 war als zentrale Konsequenz aus der Finanzkrise von 2008 aufgelegt worden. Damals wurden Banken weltweit mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet.

Von

jam

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