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29.11.2011

06:42 Uhr

EZB-Chefvolkswirt

Berlin und Paris rangeln um Zentralbank-Posten

VonSven Afhüppe, Tino Andresen, Marietta Kurm-Engels

ExklusivNach dem Rücktritt von Axel Weber und Jürgen Stark würde Deutschland gerne Jörg Asmussen als Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank sehen. Doch die Franzosen schicken einen eigenen starken Kandidaten ins Rennen.

Bisher glaubte Joerg Asmussen, automatisch Nachfolger von EZB-Volkswirt Jürgen Stark zu werden. Doch nun schicken die Franzosen einen eigenen Kandidaten ins Rennen. Reuters

Bisher glaubte Joerg Asmussen, automatisch Nachfolger von EZB-Volkswirt Jürgen Stark zu werden. Doch nun schicken die Franzosen einen eigenen Kandidaten ins Rennen.

Düsseldorf/Paris/FrankfurtZwischen Deutschland und Frankreich ist ein Machtkampf um die Besetzung eines Topjobs bei der Europäischen Zentralbank (EZB) entbrannt. „Berlin und Paris erheben gleichermaßen Ansprüche auf den Posten des Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank“, erfuhr das Handelsblatt (Dienstagausgabe) aus Notenbank- und Regierungskreisen. Eine mit den Gesprächen vertraute Person sagte, es sei „keinesfalls sicher“, dass der deutsche Noch-Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen neuer Chefvolkswirt werde. „Das Rennen ist offen.“

Bisher war die Bundesregierung davon ausgegangen, dass Asmussen quasi automatisch Nachfolger von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark werde, der im September seinen Rücktritt aus dem Direktorium der Notenbank verkündet hatte. Der Posten des Chefvolkswirts an der Spitze einer Abteilung von rund 200 Ökonomen gilt als einflussreich und prestigeträchtig. Doch die Rechnung hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) offenbar ohne die Franzosen gemacht.

Seitdem klar ist, dass auch EZB-Direktor Lorenzo Bini Smaghi die Notenbank verlassen wird, hat die Regierung in Paris gezielt nach einem Kandidaten gesucht, der die deutschen Ansprüche auf den wichtigen Job des Notenbank-Chefvolkswirts torpedieren kann. Mit der Benennung von Benoît Coeuré (42) in der vergangenen Woche sieht sich Paris nun bestens gerüstet, um den begehrten Prestigejob selbst besetzen zu können.

Kommentare (13)

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29.11.2011, 07:23 Uhr

Die Franzosen sollen die EZB ruhig übernehmen - es ist ihre Bank. Und Deutschland soll die Eurozone verlassen, damit Europa nicht weiter gefährdet wird. Deutschland ist zu stark für die Eurozone - und hat andererseits kein Verlangen danach, sich durch die anderen Europäer versklaven und ausbeuten zu lassen in einer Transferunion, bis es selbst daran zerbrochen ist.
Der Nordeuro wird kommen. Wenn die deutschen Politiker oder andere in Europa meinen, dass sie die Deutschen versklaven können für ein "politisches Projekt", dann spielen sie mit dem Feuer!
Am besten wäre, Frankreich würde genau dies einsehen und Deutschland bitten, die Eurozone endlich zu verlassen! Nur das kann der Elysée nicht, da er dachte, er hätte Deutschland und dessen Wirtschaft mit dem Euro eingesperrt.

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29.11.2011, 07:39 Uhr

Asmussen war doch unter Steinbrück einer der Steigbügelhalter der letzten Finanzkrise?!
Aber vermutlich wird ihn genau das für dieses Amt qualifizieren.

Knut34

29.11.2011, 07:42 Uhr

Sollen die Frogs doch alle Posten übernehmen. Aber wir dürfen keine wieteren Risiken übernehmen. Die Verknechtung des deutschen Volkes muss ein Ende haben. Kein Versailles III.

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