Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.05.2012

17:33 Uhr

EZB-Direktoriumsmitglied

Asmussen schließt Kurswechsel aus

VonSven Afhüppe, Nicole Bastian, Norbert Häring

ExklusivDie Europäische Zentralbank (EZB) mahnt den neuen französischen Präsidenten Hollande, Verpflichtungen in der Finanzpolitik einzuhalten. Und Griechenland müsse weiter sparen - oder auf den Euro verzichten.

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen stellt Forderungen an François Hollande. AFP

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen stellt Forderungen an François Hollande.

Frankfurt„Ich erwarte, dass Frankreich den Fiskalpakt unverändert umsetzt. Zudem gehe ich davon aus, dass die neue Regierung die Zusage, das staatliche Defizit im nächsten Jahr wieder unter die Drei-Prozent-Grenze zu bringen, einhalten wird“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen im Interview mit dem Handelsblatt. Einen Kurswechsel in der europäischen Fiskalstrategie, wie von Hollande gefordert, schloss Asmussen aus. „Es muss allen klar sein, dass der Fiskalpakt – um ein Wachstumselement ergänzt – in seiner Substanz nicht geschwächt wird“, sagte er.
Als Mittel zur Wachstumsförderung sprach sich Asmussen für Reformen nach dem Vorbild der Agenda 2010 in ganz Europa aus, schloss aber auch Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht aus: „Ich persönlich würde das ergänzen, indem man in Ländern wie Spanien oder auch Griechenland zeitlich befristet aktive Arbeitsmarktpolitik betreibt, weil sonst die sozialen Spannungen zu groß werden“, sagte er.
Griechenland kann nach den Wahlen nicht mit einer Bereitschaft der EZB rechnen, sei Sanierungsprogramm neu zu verhandeln. „Griechenland muss klar sein, dass es zu diesem vereinbarten Sanierungsprogramm keine Alternative gibt, wenn es Mitglied der Euro-Zone bleiben will“, machte Asmussen deutlich.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Handelsblatts.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rainer_J

08.05.2012, 19:56 Uhr

Die EZB kann machen was sie will. Sie steckt schon viel zu tief im illegalen Sumpf. Sie wird ihr Negativimage als Inflationshure der Politik nicht mehr ändern können. Das drucken von ungedecktem Geld und das kaufen von Staatsanleihen erwartet die Politik von der EZB und betrachtet es mittlerweile als Selbstverändlichkeit. Genau wie der Zuhälter etwas von seiner Hure erwartet.

Unter Hollande ist sich sicher bald auch Frankreich nicht zu schade nach der EZB zu rufen.

Mazi

08.05.2012, 20:31 Uhr

Asmussen hat auch hier aktiv mitgewirkt. Für seine Gegner zur Bestätigung, für seine Freunde zum Nachdenken:

http://www.youtube.com/watch?v=r4crr-kX9zc
http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/20110929_euro.pdf

Idiots_for_Eurobombs

08.05.2012, 21:00 Uhr

Wer glaubt denn Herrn Asmussen, unter Steinbrück dem wesentlichen Verursacher der Finanzkrise (Deregulierung der Banken, Zockerei der Landesbanken, Derivate)? Ein bisschen hier aufweichen und ein bissi da, und schwupp, schon ist Maastricht und jede andere Verbindlichkeit des Fiskalpakts weg. Die Entscheiderposten in den Gremien sind inzwischen alle von Vertretern der schuldenfreudigen PIIGS(F)-Staaten besetzt, Deutschland als Hauptzahler kann überall überstimmt werden, der wachsweichen Merkel und den noch viel schlimmeren Rot-Grünen sei Dank. Jeder Bürger kann sich kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen der Klage gegen den verfassungswidrigen ESM, der Deutschland seine Finanzsouveränität raubt und vertragsgemäß jedem Zugriff und jeder Kontrolle durch sämtliche Gericht und Parlamente entzogen ist, vor dem Bundesverfassungsgericht anschließen. Das Formular dazu findet man hier; ich hab's durch meinen Anwalt prüfen lassen, der sich gleich mit angeschlossen hat: http://buendnis-buergerwille.de/fileadmin/user_upload_bbw/pdf/Formular_Verfassungsbeschwerde.pdf; weitere Infos findet man hier: www.verfassungsbeschwerde.eu Jammert nicht, Leute, tut was und schließt Euch mindestens dieser Verfassungsklage an. Und stellt Euch auf eine Megainflation ein, also bitte keine Sparbücher mehr!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×