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17.05.2017

15:36 Uhr

EZB

Draghis Fahrplan für den Ausstieg

VonJan Mallien

Die EZB kommt dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik immer näher. Doch wie soll er ablaufen? Wichtige Schritte auf dem langen Weg zu wieder steigenden Zinsen könnten bereits im Juni und September anstehen.

Der EZB-Präsident nimmt vorsichtig den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ins Visier. dpa

Mario Draghi

Der EZB-Präsident nimmt vorsichtig den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ins Visier.

FrankfurtBei Mario Draghis Auftritt vor dem niederländischen Parlament gab es vergangene Woche mehrere kuriose Szenen. Eine davon spielt sich ab, als der EZB-Präsident gerade erzählt, wann ein Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik möglich wäre. Während Draghi spricht, wird er von einer Glocke unterbrochen. „Was ist das?“, fragt er irritiert. „Das ist das Signal für das Ende ihrer Geldpolitik“, witzelt ein Parlamentarier.

Auch wenn das nur ein Scherz war, zeichnet sich die geldpolitische Wende der EZB tatsächlich immer deutlicher ab. Das liegt vor allem daran, dass die Wirtschaft im Euroraum stärker wächst und die Preise steigen. Der Aufschwung im Euroraum hat inzwischen alle Euro-Länder erreicht, nur Griechenland schwächelt derzeit wegen der Unsicherheit über weitere Finanzhilfen.

Im April stiegen die Verbraucherpreise in der Eurozone um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Das entspricht dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Wert von „unter, aber nahe“ zwei Prozent. Die EZB müsse sicherstellen, dass der Ausstieg aus der unkonventionellen Geldpolitik nicht „zu spät“ eingeleitet werde, sagte Finanzstaatssekretär Jens Spahn. Auch aus der EZB selbst kommen jetzt deutlichere Signale, die auf einen langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik hindeuten.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

So sagte EZB-Direktor Yves Mersch in der vergangenen Woche, dass die Zeit für eine Debatte darüber bald reif sei. Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone habe sich beschleunigt und die politischen Unsicherheiten hätten seit Jahresbeginn abgenommen, sagte Mersch bei einer Rede in Tokio. Jedwede Diskussion müsse aber „in einer strukturierten, geordneten und angemessen umsichtigen Weise stattfinden“.

Viele in der EZB fürchten, dass eine allzu laute Debatte über den Ausstieg dazu führen könnte, dass die Kapitalmarktzinsen zu schnell steigen. Sie sind in den vergangenen Monaten bereits deutlich gestiegen. Ein zu schneller Anstieg birgt aber die Gefahr, dass die Notenbank ihren Kurs später wieder korrigieren muss.

Die optimistischeren Töne von Mersch hängen nicht nur mit der Wahl Macrons zum französischen Präsidenten zusammen. Der gesamte Wirtschaftsausblick für die Eurozone hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Der Aufschwung hat alle Euroländer erreicht und die Arbeitslosigkeit geht zurück. Im April stieg zudem nicht nur die Inflation, sondern auch die für den mittelfristigen Preistrend aussagekräftigere Kerninflation, die um besonders schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel bereinigt ist. Sie legte von 0,7 auf 1,2 Prozent deutlich zu. ´

Kommentare (5)

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Herr J. Teufel

17.05.2017, 17:22 Uhr

Wenn das mal gutgeht .....
Wenn Billionen in Aktien- und Anleihemärkten eine neue Heimat suchen, weil sich die Blasen nicht halten lassen, dann war 2008 nur ein kleines Vorspiel von dem, was da kommen wird.

Herr hartmut braune

17.05.2017, 17:36 Uhr

........an die Spitze.....dieser wichtigen Institution.....gehört ein Deutsch-Bänker.....einer aus Schrot und Korn........aus der Truppe der Deutschen Bundes-Notenbank.....und nix (nichts) anderes........
....und das....... bis zur Ewigkeit......also bis zum Ende der momentanen Währung.....wenn sie mal straucheln....abstürzen.....und vergraben werden sollte....sollte es zu einem derartigen Szenario kommen.

soll ich das nochmal wiederholen?.....

....denn es platzt allen der Papierkragen.......die in der Backstube des Geldes arbeiten und dort ihre Aufgaben verrichten......

.....und so ist zu hoffen.....daß die Neuwahl.....ganz unbelastet von unserer geschichtlichen Vergangenheit.......wie oben schon erwähnt .......auf einen Mann/Frau aus unserem Land fällt....


.....dieser bisherige

Herr hartmut braune

17.05.2017, 17:43 Uhr

.......da unten.....das Schluß.....(dieser bisherige)

....gehört natürlich nicht zum obigen Text....ist doch klar....
.hatte ich zuvor.....einen Ansatz.....angedacht.....dem Herrn D. einen Denkzettel zu verpassen.....spare mir die Worrte.....

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