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28.12.2015

14:45 Uhr

EZB, Fed, Bank of Japan & Co.

Wenn aus Freunden Feinde werden

Sieben Jahre lang währte die Harmonie zwischen Anlegern und Notenbankern. Nach der US-Zinswende zeigen sich aber erste Risse: Mit Blick auf 2016 verlieren Investoren zunehmend das Vertrauen in die Wohltäter aus den Zentralbanken.

Die Zinswende in den USA beunruhigt Anleger rund um den Globus. ap

Fed-Chefin Janet Yellen

Die Zinswende in den USA beunruhigt Anleger rund um den Globus.

London/New YorkSieben Jahre lang haben die Währungshüter rund um den Globus die Märkte mit Zinsen nahe null Prozent und Anleihekäufen in Billionenhöhe gepusht - und damit Anlegern viel Freude bereitet. Doch kürzlich begann die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) damit, die Zinsen wieder anzuheben. Die Bank of England könnte als nächstes folgen.

Das senkt nicht nur die Liquidität am Markt, sondern belastet auch die Nerven der Investoren, die besorgt sind, dass es zu geldpolitischen Fehlern kommen könnte. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan haben derweil Anreize in den Markt gegeben, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Nächstes Jahr könnten sie sie erneut enttäuschen.

Das erstmalige Auseinanderlaufen der weltweiten Geldpolitik seit Anfang der 1990-er Jahre verstärkt die Unsicherheit zusätzlich. „Die Schwerkraft könnte langsam die Aktiva-Preise belasten, während die geldpolitischen Verzerrungen schwinden oder begrenzt werden“, erklärt Stephen Jen, Gründer des Londoner Hedgefonds SLJ Macro Partners.

Die Sorge ist, dass EZB-Chef Mario Draghi und Haruhiko Kuroda, der Chef der japanischen Notenbank, im neuen Jahr weniger stark in der Lage oder gewillt sein werden, die Märkte mit Geld zu fluten. Möglich ist auch, dass ihnen ein Teil ihrer Kommunikationsfähigkeiten verloren gegangen ist, durch die sie es so lange vermochten, beruhigend auf die Märkte zu wirken.

Dass es auch anders geht, hat Fed-Chefin Janet Yellen vor kurzem bewiesen. Die US-Währungshüter erhöhten zum ersten Mal in fast einem Jahrzehnt die Zinsen, was lange Zeit entsprechend angedeutet worden war - und der Standard & Poor’s 500 Index reagierte letztlich kaum auf die Nachricht. Ob der Markt weitere Fed-Schritte nächstes Jahr so problemlos verkraften kann, muss sich aber erst noch zeigen. So preisen Anleihehändler derzeit etwa zwei Zinsanstiege für 2016 ein, während die US-Notenbank vier angedeutet hatte.

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