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27.03.2017

13:30 Uhr

EZB-Geldpolitik

Geldflut kommt nur allmählich bei Firmen an

Die Europäische Zentralbank hält die Leitzinsen im Euro-Raum nach wie vor auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Doch die Geldflut der Notenbank kommt nur langsam bei Firmen und Unternehmen an.

Die EZB und die nationalen Notenbanken des Euroraums schleusen jede Woche Milliardenbeträge in das Bankensystem. Der Leitzins von 0,0 Prozent soll dabei die Ausgabe von Krediten an die Wirtschaft anregen. dpa

Geldpolitik der EZB

Die EZB und die nationalen Notenbanken des Euroraums schleusen jede Woche Milliardenbeträge in das Bankensystem. Der Leitzins von 0,0 Prozent soll dabei die Ausgabe von Krediten an die Wirtschaft anregen.

FrankfurtDie Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt nur langsam bei den Firmen im Euro-Währungsraum an. Banken in der Euro-Zone vergaben im Februar 2,0 Prozent mehr Darlehen an Firmen als vor Jahresfrist, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte. Das ist etwas weniger als im Januar, als der Anstieg noch bei 2,3 Prozent gelegen hatte. An Privathaushalte vergaben die Geldhäuser im Februar 2,3 Prozent mehr Darlehen als ein Jahr zuvor.

Die EZB hält die Leitzinsen weiter auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Auf diese Weise wollen die Währungshüter für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen. Woche für Woche schleusen die EZB und die nationalen Notenbanken zudem über den Kauf von Staatsanleihen Milliarden in das Bankensystem der 19-Länder-Gemeinschaft. Banken sollen so dazu angeregt werden, mehr Kredite an die Wirtschaft auszureichen, um die Konjunktur anzukurbeln und die Inflation an die Zielmarke von knapp zwei Prozent zu führen. Das in Deutschland umstrittene Programm soll noch bis Ende 2017 laufen und ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen.

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Die für den Währungsraum wichtige Geldmenge M3 nahm im Februar um 4,7 Prozent zu. Experten hatten 4,9 Prozent erwartet. Zur Geldmenge M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere, sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Wächst die Geldmenge stark, signalisiert dies eine potenzielle Inflationsgefahr.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Michael Müller

27.03.2017, 14:41 Uhr

Versuchen Sie mal als Unternehmen bei einer Bank einen Kredit zu bekommen!

Da müssen Sie zuerst nachweisen, dass Sie das Geld gar nicht brauchen! Wieso sollte man dann Geld aufnehmen?

Entweder man bekommt keinen Kredit, oder man braucht keinen Kredit!

G. Nampf

27.03.2017, 15:17 Uhr

@Michael Müller27.03.2017, 14:41 Uhr

"Entweder man bekommt keinen Kredit, oder man braucht keinen Kredit! "


Genau das ist das Problem des Kreditgewerbes in dieser Zeit.
Damit ist die gesamte EZB-Politik hinfällig.

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