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21.11.2016

19:36 Uhr

EZB-Präsident Draghi

Erholung in „moderatem, aber stetigem Tempo“

Für den Präsidenten der Europäischen Zentralbank befindet sich der Euroraum auf einem guten Kurs. Grund sei die lockere Geldpolitik. Ökonomen gehen derweil von einer Verlängerung des Anleihekaufprogramms aus.

Konjunkturprognose 2017

„Bei dem einen wird's schnell sichtbar sein, bei dem anderen wird's dauern."

Konjunkturprognose 2017: „Bei dem einen wird's schnell sichtbar sein, bei dem anderen wird's dauern."

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StraßburgEZB-Chef Mario Draghi blickt vorsichtig optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum. Bei der Vorstellung des Jahresberichts der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag im Europaparlament sprach er von einer Erholung in „moderatem, aber stetigem Tempo“. So sei die Arbeitslosigkeit stetig zurückgegangen und die Inflationsrate von minus 0,2 Prozent im Februar auf 0,5 Prozent im Oktober gestiegen, sagte Draghi in Straßburg.

Ausschlaggebend für diese Entwicklung sei die Geldpolitik der EZB gewesen. Wie bereits in der vergangenen Woche betonte Draghi, dass die Notenbank weiter alle ihre Instrumente nutzen und notfalls handeln wolle, um ihr Ziel einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent zu erreichen.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Viele Volkswirte rechnen damit, dass die EZB ihr milliardenschweres Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen über März 2017 hinaus verlängern wird. Klarheit dürfte die nächste Sitzung des EZB-Rates am 8. Dezember bringen.

Von

dpa

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