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13.07.2017

16:23 Uhr

EZB-Ratsmitglied

Anleihenkäufe könnten noch Jahre weiterlaufen

Die EZB-Anleihenkäufe könnten nach Ansicht von Ratsmitglied Rimsevics noch Jahre weiterlaufen. Grund sei vor allem die schwache Inflationsentwicklung. An den Kapitalmärkten wird indes ein Ende der Anleihenkäufe erwartet.

Ein Ende des Anleihenkaufprogramms könnte nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Ilmars Rimsevics noch auf sich warten lassen. dpa

EZB

Ein Ende des Anleihenkaufprogramms könnte nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Ilmars Rimsevics noch auf sich warten lassen.

FrankfurtLettlands Notenbankchef Ilmars Rimsevics hält wegen der schwachen Inflation im Euro-Raum eine Fortsetzung des EZB-Anleihenkaufprogrammms in den nächsten Jahren für möglich. Auf einer Veranstaltung in Riga ging das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag auf die aktuell schwache Inflationsentwicklung ein und sagte: „Das bedeutet, dass dieses Programm für mindestens die nächsten paar Jahre weiterlaufen könnte“.

Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an. Im Juni lag sie mit 1,3 Prozent noch weit unter dieser Zielmarke.

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Laut EZB-Direktor Benoit Coeure will die Europäische Zentralbank mit ihrer ultralockeren Geldpolitik keinesfalls den Wechselkurs schwächen. Anleihenkäufe seien keine geeigneten Treiber für Währungskriege.

Die EZB und die nationalen Notenbanken erwerben seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Bislang ist geplant, dass die Käufe noch mindestens bis Ende dieses Jahres weiterlaufen sollen. Experten erwarten, dass die EZB im September oder im Oktober entscheiden wird, wie es damit nach dem Jahresende weitergehen soll.

Im Juni seien die Inflationsvorhersagen zurückgeschraubt worden, sagte Rimsevics. „Wir sehen, dass nun erwartet wird, dass die Inflation dieses Jahr bei 1,5 Prozent liegt und bei 1,3 im folgenden Jahr“, sagte der Lette. Diese zeige, dass das mittelfristige Inflationsziel nicht erreicht sei. Rimsevics Bemerkungen stehen im starken Kontrast zu den aktuellen Erwartungen an den Kapitalmärkten. Dort wird derzeit damit gerechnet, dass die EZB im Herbst bekanntgeben wird, ihr Kaufprogramm schrittweise herunterzufahren.

Von

rtr

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