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10.11.2011

18:31 Uhr

EZB-Rücktritt

Zentralbanker Bini Smaghi räumt seinen Posten

Der Italiener Lorenzo Smaghi hat seinen Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank aufgegeben. Zuletzt waren im EZB-Rat drei Italiener und nur ein Franzose vertreten. Deshalb hat Smaghi seinen Platz geräumt.

Lorenzo Bini Smaghi. Reuters

Lorenzo Bini Smaghi.

FrankfurtDer Italiener Lorenzo Bini Smaghi nimmt seinen Hut und wechselt von der Spitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in die Wissenschaft. Bini Smaghi habe Zentralbankchef Mario Draghi mitgeteilt, dass er zum 1. Januar 2012 an die US-Eliteuniversität Harvard gehen werde, erklärte die EZB am Donnerstag in Frankfurt.

Bini Smaghi war seit Juni 2005 Mitglied des sechsköpfigen Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB). Sein Mandat hätte eigentlich bis Ende Mai 2013 gedauert. Zuletzt war der Druck auf Bini Smaghi gestiegen, da mit ihm, Zentralbankchef Mario Draghi und dessen Nachfolger an der Spitze der italienischen Notenbank, Ignazio Visco, drei Italiener im EZB-Rat vertreten waren.

Nach dem turnusmäßigen Abgang von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zum Monatsanfang war jedoch nur noch ein Franzose dort vertreten - Zentralbankchef Christian Noyer. Damit war das Gleichgewicht unter den wirtschaftsstärksten europäischen Nationen im Führungszirkel der an sich unabhängigen Zentralbank gestört. Dies hatte zu heftigen Verstimmungen zwischen den Regierungen in Rom und Paris geführt.

Bini Smaghi hatte sich im Juni zwar zum Rücktritt bereit erklärt, italienischen Medienberichten zufolge allerdings nur unter der Bedingung, dass er Draghis Nachfolger an der Spitze der italienischen Zentralbank wird. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte sich jedoch für den stellvertretenden Generaldirektor der Banca d'Italia entschieden, Ignazio Visco.

Berlusconi hatte an Bini Smaghi appelliert, sein Amt abzugeben, um Frankreich keinen „casus belli“ (Kriegsgrund) zu geben. Draghi dankte seinem Landsmann nach dessen Rücktritt für seine Arbeit im Bereich der europäischen Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten. Während seines Mandats habe Bini Smaghi immer zur Wahrung der Unabhängigkeit der EZB beigetragen.

Kommentare (4)

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10.11.2011, 18:36 Uhr

Draghi ersetzt die alle und mehr noch - Italien hat da keine Sorge.

aloha77

10.11.2011, 19:21 Uhr

Sogar Kriegsverlierer und Duceland Italia, hat im EZB-Rat mehr zu melden als Kriegsverlierer und Zahlmeister Deutschland. Das untermauert die These, dass das wirkliche Problem immer das Emporkommen der neuen Mittelmacht Deutschland, aus einem Flickenteppich, war. Daher rührten alle Kriege, bis zu den Wirtschafts- und Währungskriegen heute. Nur leider gibt es heute keinen Bismarck mehr, stattdessen steht eine ehemals linientreue Ex-FDJ-Sekretärin für Propaganda an der Spitze, gemunkelt als IM Erika, und Ex-Kanzler Schröder fordert die Auflösung Deutschlands. Da fällt einem nur noch Heinrich Heine ein...

ColeWilliams

10.11.2011, 21:20 Uhr

Hier ist die "falsche Nationalität" sicher ein guter Ansatzpunkt gewesen. Schade, dass sich Hr. Bini-Smaghi nicht rechtzeitig zu Hr. Krugmann bekannt hat. Es hilft nichts, eine Anpassung der Wettbewerbsfähigkeit der alten und neuen Welt an die Emerging Markets wird nicht ohne die Notenpresse funktionieren. Liebe Chinesen, gebt schnell eure Euros und Dollars aus, denn bald sind sie nichts mehr wert. Und lasst euch nicht von fallenden Sovereigns beeindrucken. Bald gibt es vielleicht gar nichts mehr dafür. Es ist ein Irrglaube, auf Dauer hohe "Reserven" in fremden Währungen anlegen zu können. Auch SDRs nutzen da nichts. Schuldverhältnisse funktioniern nur, solange man dem Schuldner auch die Chance gibt, diese irgendwann zu tilgen. Sonst ist die Kohle weg, und ihr habt umsonst eure Bevölkerung ausgebeutet und die Umwelt für den dekadenten Westen verschmutzt.

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