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27.01.2016

17:23 Uhr

EZB-Strafzins

Ökonomen erwarten weitere Verschärfung

Die EZB hatte ihren Einlagensatz im Juni 2014 zum ersten Mal unter die Nulllinie gesenkt. Inzwischen liegt er bei minus 0,3 Prozent. Experten rechnen mit einer weiteren Verschärfung bei der nächsten Sitzung.

59 von 68 befragte Ökonomen rechnen damit, dass Mario Draghi den Strafzins wieder verschärft. Reuters

Silhouette des EZB-Präsidenten

59 von 68 befragte Ökonomen rechnen damit, dass Mario Draghi den Strafzins wieder verschärft.

FrankfurtDie EZB wird nach Einschätzung von Volkswirten auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im März wahrscheinlich die Strafzinsen für Banken weiter verschärfen. Einer Reuters-Umfrage zufolge rechnen 59 von 68 befragten Ökonomen damit, dass die Währungshüter am 10. März den Einlagensatz weiter herabsetzen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatten ihn im Juni 2014 zum ersten Mal unter die Nulllinie gesenkt.

Nach weiteren zwei Schritten im September 2014 und im Dezember vergangenen Jahres liegt er inzwischen bei minus 0,3 Prozent. Geldhäuser müssen somit Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der EZB über Nacht Geld parken. Laut der Umfrage taxieren die Ökonomen die Wahrscheinlichkeit auf 80 Prozent, dass die Notenbank in den nächsten sechs Monaten ihre Geldpolitik weiter lockert.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

Für eine monatliche Aufstockung des großen Anleihen-Kaufprogramms auf der Sitzung im März besteht nach Einschätzung der Volkswirte eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit. Das in Deutschland umstrittene Programm sieht Wertpapierkäufe von monatlich rund 60 Milliarden Euro vor. Es soll inzwischen bis mindestens Ende März 2017 laufen und dann ein Gesamtvolumen von 1,5 Billionen Euro haben. Die EZB will mit den Käufen Geschäftsbanken dazu anregen, mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Das würde die Konjunktur beflügeln und die zuletzt unerwünscht niedrige Inflation nach oben treiben. Bislang blieb aber die Wirkung bei der Inflation eher bescheiden.

Von

rtr

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