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25.01.2016

16:38 Uhr

EZB-Treffen im März

Was muss passieren, damit Draghi handelt?

VonJan Mallien

EZB-Chef Draghi hat eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisiert. Ob es im März dazu kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ausgerechnet Draghis schärfster Kritiker wird auf der nächsten Sitzung nicht mitstimmen.

Der EZB-Präsident könnte im März seine Geldpolitik weiter lockern. AFP

Mario Draghi

Der EZB-Präsident könnte im März seine Geldpolitik weiter lockern.

FrankfurtMario Draghi hat in der vergangenen Woche eine weitere geldpolitische Lockerung in Aussicht gestellt. Auf der kommenden Sitzung im März werde die EZB ihre bisherigen Maßnahmen überprüfen, machte Draghi gleich mehrfach klar. „Die Glaubwürdigkeit der EZB wäre bedroht, wenn wir unsere Geldpolitik nicht auf den Prüfstand stellen würden“, sagt der Chef der Zentralbank.

Draghi nannte gleich mehrere Risiken: die wirtschaftliche Unsicherheit in den Schwellenländern, Schwankungen an den Finanzmärkten und geopolitische Risiken. Die wohl größte Sorge ist dabei der dramatische Verfall des Ölpreises. All das macht sich auch in der Euro-Zone bemerkbar, wo die Inflation deutlich unter den Prognosen der Notenbanker bleiben könnte. Die EZB strebt mittelfristig eine Preissteigerung von „unter, aber nahe zwei Prozent“ an. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich davon immer weiter entfernt. Schon im Dezember lag die Inflation bei lediglich 0,2 Prozent.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

Im März wird die EZB ihre überarbeitete Inflationsprognose vorlegen und dabei erstmals bis auf das Jahr 2018 blicken. Angesichts des drastischen Ölpreisverfalls dürften die erwarteten Preissteigerungen deutlich geringer ausfallen zuvor prognostiziert. In ihrer Inflationsprognose im Dezember ist die EZB noch von einem Ölpreis von 52,20 Dollar pro Fass (159 Liter) für die Nordseesorte Brent ausgegangen. Jüngst sackte der Preis aber unter 28 Dollar – eine Differenz von mehr als 40 Prozent.

Senkt die EZB ihre Prognose für die Preissteigerung in den kommenden Jahren, ist eine Lockerung der Geldpolitik praktisch ausgemacht. Die wahrscheinlichste Option wäre dann ein noch höherer Strafzins, den Banken für ihre Einlagen bei der Notenbank zahlen müssten. Aktuell liegt der Einlagenzins bei minus 0,3 Prozent.

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