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16.04.2015

11:25 Uhr

EZB-Umfrage

Experten rechnen 2015 mit extrem niedriger Inflation

Die EZB hat 59 Experten zur ihrer Einschätzung bezüglich der Inflation befragt. Ergebnis: 2015 bleibt die Teuerungsrate niedrig. Doch bereits 2016 dürfte die Inflation spürbar anziehen – dem Anleihekaufprogramm sei Dank.

Bei 898 Millionen Euro bekommt der Slogan eine ganz eigene Bedeutung. dpa

„Our money“

Bei 898 Millionen Euro bekommt der Slogan eine ganz eigene Bedeutung.

FrankfurtDas billige Öl wird die Inflation im Euro-Raum nach Einschätzung von Ökonomen in diesem Jahr extrem niedrig halten. 2016 dürfte der Preisdruck dann aber allmählich steigen, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer jüngsten Expertenumfrage berichtete.

Die 59 Befragten sagen für das laufende Jahr eine Mini-Inflation von 0,1 Prozent voraus. Getrieben von der lockeren Geldpolitik und der Euro-Schwäche werden die Verbraucherpreise in der Euro-Zone 2016 demnach dann um 1,2 Prozent und im Folgejahr um 1,6 Prozent anziehen.

Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Zusätzliche Staatsanleihen und Wertpapiere

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

Schrittweise und auf breiter Basis

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Auch Papiere mit negativer Rendite

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Diese Papiere sollen gekauft werden

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Diese Anleihen sollen gekauft werden

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Vorkehrung gegen das Austrocknen

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

Auch der Blick darüber hinaus dürfte die Notenbanker erleichtern: Für 2019 wird nun eine Jahresinflation von 1,84 Prozent vorausgesagt. Damit würde sich die Teuerung dem Ziel der EZB annähern, die Preisstabilität bei einer Rate von knapp unter 2,0 Prozent gewährt sieht. Bei der vorausgegangenen Umfrage im Januar hatten die Finanzprofis im Schnitt eine Rate von 1,77 Prozent prognostiziert.

Gleichzeitig werden die niedrigen Ölpreise und die Geldschwemme der EZB den Schätzungen zufolge die Konjunktur in der Eurozone anschieben. Die Experten korrigierten deshalb ihre Wachstumsprognosen nach oben und erwarten jetzt ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent in diesem Jahr, 1,7 Prozent im kommenden Jahr und 1,8 Prozent 2017.

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