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14.04.2015

13:57 Uhr

EZB-Umfrage

Unternehmen kommen leichter an Kredite

Die Geldhäuser in der Euro-Zone haben im ersten Quartal ihre Vergabestandards für Kredite an Firmenkunden gelockert. Nun erwarten sie einen erheblichen Anstieg der Nachfrage. Privatleute haben es schwerer.

Deutsche Institute haben nach Angaben der Bundesbank ihre Kreditangebotspolitik im ersten Quartal 2015 nur geringfügig verändert. dpa

Kreditvertrag

Deutsche Institute haben nach Angaben der Bundesbank ihre Kreditangebotspolitik im ersten Quartal 2015 nur geringfügig verändert.

FrankfurtUnternehmen aus der Euro-Zone kommen etwas leichter an Bank-Kredite. Die Geldhäuser lockerten im ersten Quartal ihre Standards für Darlehen an Firmenkunden weiter, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Banken hervorgeht. Auch kämen Verbraucher etwas besser an Konsumenten-Kredite.

Der Umfrage zufolge sorgten unter anderem die großangelegten Wertpapierkäufe der Zentralbank für zusätzliche Liquidität bei den Geldhäusern, was die Kreditvergabe angeschoben hat. In Deutschland hat das massive EZB-Aufkaufprogramm nach Angaben der Bundesbank hingegen keine Auswirkungen auf die Kreditrichtlinien.

Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Zusätzliche Staatsanleihen und Wertpapiere

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

Schrittweise und auf breiter Basis

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Auch Papiere mit negativer Rendite

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Diese Papiere sollen gekauft werden

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Diese Anleihen sollen gekauft werden

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Vorkehrung gegen das Austrocknen

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

„Im ersten Quartal 2015 haben sich die Vergabestandards für Kredite an Unternehmen weiter gelockert und damit die Erholung des Kreditwachstums unterstützt“, hieß es in dem EZB-Bericht. An der Umfrage, die vom 6. bis 23. März lief, nahmen insgesamt 142 Banken teil. Den Ergebnissen zufolge verbesserte sich im ersten Quartal die Nachfrage von Firmen nach Krediten weiter – wenn auch nicht ganz so stark wie von den Geldhäusern zuvor erwartet. „Gleichzeitig rechnen die Banken mit einem erheblichen Anstieg der Nachfrage nach Krediten für Unternehmen im zweiten Quartal 2015.“

Auch die Vergabestandards für Verbraucherkredite haben sich der Umfrage zufolge im Auftaktquartal weiter gelockert. Die Bedingungen für Hauskredite an Privatleute hätten sich hingegen im Euro-Raum im ersten Quartal leicht verschärft.

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