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12.05.2016

14:24 Uhr

EZB und Negativzinsen

BOJ-Chef nennt Draghis Pläne „einzigartig“

Der oberster Währungshüter Japans bezeichnet ein geplantes EZB-Kreditprogramm mit Negativzinsen als „extrem kühn und einzigartig“. Interessant dabei ist vor allem, dass die Japaner selbst mit Minuszinsen liebäugeln.

Zwei Giganten der Geldpolitik unter sich. AFP; Files; Francois Guillot

Haruhiko Kuroda und Mario Draghi

Zwei Giganten der Geldpolitik unter sich.

Der japanische Notenbankgouverneur Haruhiko Kuroda hat das von der Europäischen Zentralbank geplante Kreditprogramm mit Negativzinsen als „extrem kühn und einzigartig“ bezeichnet. Er bekräftigte, dass die Bank of Japan (BOJ) gegebenenfalls angemessene geldpolitische Maßnahmen ergreifen würde, um die Inflation anzukurbeln.

In einem Juni beginnenden Programm will die EZB Nullzins-Finanzierungen anbieten, die im Nachhinein auf den EZB-Einlagensatz gesenkt werden könnten – derzeit bei minus 0,4 Prozent – je nachdem, wie viele Kredite eine Bank an Unternehmen und Haushalte vergibt.

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Als er im Parlament gefragt wurde, ob die BOJ eine derartige Politik erwägen sollte, bezeichnete Kuroda die Politik der EZB als „extrem kühn und einzigartig“. Zudem bekräftigte er die Haltung seiner Notenbank, dass sie die Geldpolitik weiter lockern würde, wenn sie dies zur Erreichung ihres Inflationsziels für notwendig erachte.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete im vergangenen Monat unter Verweis auf Personen, die mit den Erörterungen der BOJ vertraut sind, dass die japanische Notenbank erwägen könnte, einen Negativzins auf gewisse Kredite anzubieten - zusammen mit einer möglichen Entscheidung, den gegenwärtig negativen Zinssatz auf Reserven weiter zu senken.

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