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21.04.2015

12:41 Uhr

EZB wird nervös

Notkredite für griechische Banken wackeln

In der Europäischen Zentralbank regt sich Widerstand gegen die Notfallkredite für griechische Banken. Vize-Chef Constancio droht mit einem möglichen Ende. Am Freitag beraten die EU-Finanzminister.

Den griechischen Banken soll der Geldhahn offenbar „etwas“ zugedreht werden. Reuters

EZB-Präsident Mario Draghi

Den griechischen Banken soll der Geldhahn offenbar „etwas“ zugedreht werden.

FrankfurtGriechischen Banken könnte einem Medienbericht zufolge der Zugang zu Notkrediten der EZB erschwert werden. Auf Fachebene sei in der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits ein entsprechender Vorschlag ausgearbeitet worden, meldete die Finanzagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Notfallkredite - im Fachjargon Ela genannt - werden von der Notenbank in Athen gewährt. Zuvor muss jedoch der EZB-Rat grünes Licht dafür geben. Für die Darlehen müssen die Hellas-Banken Pfänder stellen, auf die die Notenbank aus Sicherheitsgründen einen Abschlag - einen sogenannten Haircut - erhebt.

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Hier setzt der Meldung zufolge der Vorschlag der EZB-Mitarbeiter an: Indem der Abschlag auf die Sicherheiten erhöht würde, würde zugleich der Finanzhahn etwas zugedreht. Tendenziell könnten die Finanzinstitute somit weniger Geld von der Notenbank beziehen als bisher. Wie Bloomberg weiter meldet, hat sich der EZB-Rat bislang nicht in formeller Runde mit der Sache beschäftigt. Die EZB lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Die Aktien griechischer Banken brachen nach der Meldung ein und zogen damit auch den Athener Leitindex nach unten. Der Bankenindex rutschte am Dienstag in der Spitze um mehr als acht Prozent auf ein Rekordtief von 421,81 Zähler. Der Athener Leitindex verlor 3,5 Prozent.

Die Renditen zehnjähriger Hellas-Anleihen stiegen zugleich auf ein Tageshoch. Vertreter der Bundesbank hatten sich zuletzt kritisch darüber geäußert, wie mit den Pfändern bei der Gewährung von Ela-Hilfen verfahren wird, und ein striktes Risikomanagement gefordert.

Die EZB hat den griechischen Geldhäusern zuletzt eine weitere Versorgung mit Liquidität zugesagt. Man habe die Nothilfen für die Institute gebilligt und werde dies weiter tun, solange die Banken solvent seien und angemessene Sicherheiten hätten, betonte EZB-Präsident Mario Draghi vorige Woche in Frankfurt. Finanzhilfen würden weiterhin entsprechend der EZB-Regeln vergeben. Es sei auf der EZB-Ratssitzung auch über Abschläge auf Sicherheiten griechischer Banken diskutiert worden. Darauf werde man bald zurückkommen

Kommentare (24)

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Herr Daniel Huber

21.04.2015, 13:13 Uhr

Warum ist es nicht möglich, auf ein Geldsystem umzustellen, welches den normalen Menschen dient und nicht nur wenigen Superreichen und Vermögenden, welche die Staaten und deren Menschen und Steuerzahler durch Zins- und Zinseszins in diesem Verschuldungswahninn seit Jahrzehnten ausbeutet und das Geldvermögen von unten nach oben umverteilt.
Vor allem auch ein Geldsystem, welches nicht wie dieses Fiat-money-System alle 70-80 Jahre im Totalcrash endet.

Herr Fritz Yoski

21.04.2015, 13:34 Uhr

Weil die Banken und ihre Polit-Marionetten kein Interesse an einem Geldsystem haben was den Menschen dient.

Herr Lothar Bitschnau

21.04.2015, 13:36 Uhr

Steuergelder zu "verdampfen" oder für Sickergruben zu verwenden, bleit weitgehend
straffrei und Verantwortliche sind nicht ausfindig zu machen oder werden nicht belangt.
Jene die Steuergeld erwirtschaften und nicht abführen sind bei großen Summen kriminell und werden zur Verantwortung gezogen.

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