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17.07.2013

17:03 Uhr

Fed-Chef vor dem Kongress

Bernanke bleibt auf dem Gaspedal

VonNils Rüdel

Wie lange hält die US-Notenbank noch an ihrer lockeren Geldpolitik fest? Fed-Chef Bernanke zeigte sich am Mittwoch flexibel: Je nachdem, wie schnell sich die Wirtschaft erholt. Man folge keinem „vorab festgelegten Kurs“.

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, bleibt bei seiner lockeren Geldpolitik - das sagt er vor dem Repräsentantenhaus. Reuters

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, bleibt bei seiner lockeren Geldpolitik - das sagt er vor dem Repräsentantenhaus.

WashingtonUS-Notenbankchef Ben Bernanke lässt weiterhin offen, wann die Währungshüter das laufende, milliardenschwere Kaufprogramm für Anleihen zurückfahren wollen. Dies werde davon abhängen, wie stark sich die die Wirtschaft in den kommenden Monaten erholt, sagte Bernanke in der mit Spannung erwarteten Anhörung vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses (hier Bernankes vorab verbreiteter Redetext).

Die Fed-Politik folge demnach „auf keinen Fall einem vorab festgelegten Kurs“. Sollte sich die Konjunktur schneller als erwartet verbessern, könne „das Tempo der Ankäufe auch schneller verringert werden“, sagte Bernanke und nannte als Zeitrahmen „später im Jahr“.

Andererseits könne die Fed ihre konjunkturstützenden Maßnahmen auch verlängern, sollte es etwa auf dem Arbeitsmarkt nicht schnell genug vorangehen, so Bernanke. Falls nötig sei die Fed sogar bereit, das Ankauf-Programm sogar noch zu erweitern. Die Nullzinspolitik aber werde unabhängig von den Anleihekäufen noch eine lange Zeit weitergeführt.

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Seit Ende vergangenen Jahres kauft die Fed jeden Monat Anleihen und Hypothekenpapiere in Höhe von 85 Milliarden Dollar auf, um die Zinsen niedrig zu halten und damit die Konjunktur zu stützen. Es ist bereits die dritte Runde der so genannten „Quantitativen Lockerung“. Gleichzeitig hält die Notenbank den Leitzins bei nahe Null. Investoren erhoffen sich seit Monaten Hinweise darauf, wie lange Bernanke an dieser expansiven Geldpolitik festhalten werde.

Zuletzt hatte es dazu widersprüchliche Signale gegeben. Ende Juni hatte Bernanke erstmals angedeutet, die Anleihekäufe ab Herbst zurückfahren zu wollen und dann Mitte 2014 ganz einzustellen. Dies hatte weltweit die Kurse einbrechen lassen. Anfang Juli dann sagte der Fed-Chef bei einer Rede in Boston, dass es noch lange einer extrem lockeren Geldpolitik bedürfe.

Zur Stunde steht der 59-Jährige noch den Abgeordneten des Repräsentantenhauses in Washington Rede und Antwort. Am Donnerstag wird Bernanke dann auch vor einem Ausschuss des Senats erscheinen. Der Fed-Chef muss halbjährlich zu Anhörungen vor dem US-Parlament erscheinen und dort die Politik der Notenbank erklären sowie Auskunft über die Lage der Konjunktur geben.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

17.07.2013, 17:24 Uhr

Bernanke ist dazu verdammt, seinen Kurs fortzusetzen. Tut er es nicht, wird ein Chaos an den Börsen entstehen und heftige Kursrutsche zur Folge haben. Da wir seit längerer Zeit nur ein durch Liquidität getriebenes Kursfeuer an den Börsen sehen und das mit der Realität in der Realwirtschaft nichts mehr zu tun hat, ist das ganze so wackelig wie ein Kartenhaus.

Deshalb bleibt alles wie es ist und das Casino für Großanleger und Banken wird solange aufrecht erhalten, bis irgend ein Dominostein fällt. Und dann sollten wir alle in Deckung gehen.

gato

17.07.2013, 17:41 Uhr

Bis die Wirtschaft wider in Schwung kommt...
Da wären die Bank ja sehr dumm, dazu auch noch etwas beizutragen.
Wenn das Programm zurück gefahren wird, werden wider Blasen produziert. Die Politik wird wohl oder übel Rahmenbedingungen schaffen müssen, welche das Risiko für Banken in die Wirtschaft zu investieren deutlich verringert.

Kartenhaus

17.07.2013, 18:01 Uhr

Besser Steuereinnahmen aus Spekulationsblasen als gar keine Einnahmen. Daneben die Hoffung auf Fracking und die wundersame Energiewende. Mal abwarten, ob das dauerhaft trägt.

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