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06.01.2014

18:53 Uhr

Fed-Chefin

Die mächtigste Frau der Welt

VonJan Mallien

Der US-Senat hat am Montag Janet Yellen als Nachfolgerin von Fed-Chef Ben Bernanke bestätigt. Die Ökonomin steht für einen neuen Zeitgeist. Vor ihr liegen große Herausforderungen an der Schaltstelle der Weltwirtschaft.

US-Senat stimmt zu

Janet Yellen wird Fed-Chefin

US-Senat stimmt zu: Janet Yellen wird Fed-Chefin

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DüsseldorfJanet Yellen hat der Institution, die sie nun führen soll, viel zu verdanken. Nicht nur beruflich – auch privat. Es war in der Cafeteria der amerikanische Notenbank Fed, wo sie ihren späteren Ehemann George Akerlof kennen lernte. „Wir mochten uns auf Anhieb und entschlossen uns zu heiraten,“ schreibt der spätere Nobelpreisträger Akerlof in seiner Autobiografie. „Nicht nur unsere Persönlichkeiten passten perfekt zusammen, auch in makroökonomischen Fragen waren wir fast immer einer Meinung.“

Akerlof gehört zu den größten Kritikern des lange Zeit in der Wirtschaftspolitik dominierenden neoklassischen Mainstreams. Jener Politik also, die eine aktive Rolle von Staat und Notenbank bei der Steuerung der Wirtschaft ablehnt. Auf der Tagung der American Economic Association (AEA) 2007 hielt Akerlof ein flammendes Plädoyer für die Rehabilitation des Keynesianismus. Dieser plädiert im Gegensatz zur Neoklassik für eine aktivere Steuerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.

Erstmals Frau an der Spitze: US-Senat kürt Janet Yellen zur Notenbankchefin

Erstmals Frau an der Spitze

US-Senat kürt Janet Yellen zur Notenbankchefin

Die 67-jährige Janet Yellen wird neue Vorsitzende der US-Notenbank. Der Senat stimmte am frühen Montagabend für ihre Berufung. Yellen rückt als erste Frau an die Spitze der Zentralbank der weltgrößten Volkswirtschaft.

In dieser Frage tickt Janet Yellen ähnlich wie ihr Mann. Bezogen auf die Geldpolitik heißt das: Sie betont nicht nur das Ziel der Preisstabilität, sondern räumt dem anderen Ziel der Fed, einer möglichst hohen Beschäftigung, mindestens ebenso viel Gewicht ein. Und Yellens Wort hat nun große Bedeutung. Sie bestimmt den geldpolitischen Kurs der wichtigsten Wirtschaftsmacht der Welt. Von ihrem Geschick hängt damit maßgeblich ab, ob eines der größten Experimente der jüngsten Wirtschaftsgeschichte gut ausgeht. Nach der Finanzkrise haben die Notenbanken der Industrieländer – allen voran der USA – zu einer sehr unkonventionellen Geldpolitik gegriffen. Um die Schwierigkeiten der Finanzkrise zu bewältigen brachen sie viele Tabus. Zum Beispiel kaufte die Fed in großen Stil Staatsanleihen. Die Notenbanken änderten ihren Kurs frei nach Keynes Devise: „Wenn die Fakten sich ändern, ändere ich meine Meinung.“ Janet Yellen steht wie kaum eine andere für diesen Kurswechsel. Wie so oft spiegelt ihre Nominierung für den Fed-Chefposten die aktuelle Entwicklung des ökonomischen Mainstreams in den USA wieder.

Janet Yellens bisherige Karriere

Uniabschluss

1967 schließt sie ihren Bachelor in Volkswirtschaftslehre  an der Brown University mit „Summa cum laude“ ab.

Promotion

1971 die Promotion in Yale.

Dozentin in Harvard

Von 1971 bis 1976 arbeitet sie als Dozentin in Harvard. Zu den Studenten in ihren Vorlesungen gehört auch ein gewisser Larry Summers, der später ihr größter Konkurrent im Rennen um den Spitzenposten bei der Fed wird.

1. Mal bei der Fed

1977 heuert Yellen als Forscherin bei der US-Notenbank Fed an. Dort lernt sie in der Cafeteria ihren späteren Ehemann George Ackerlof kennen. Beide heiraten kurze Zeit später.

Weitere akademische Karriere

Das Paar wechselt 1978 gemeinsam an die London School of Economics (LSE). Ihnen gefallen London und die LSE. Doch beide kommen mit der Mentalität der Briten nicht zurecht. 1980 gehen sie zurück in die USA an die Universität Berkeley. Dort wird Yellen 1982 zur Professorin ernannt.

2. Mal bei der Fed

Von 1994 bis 1997 wurde sie zum ersten Mal in den Vorstand des Board of Governors der Fed berufen.

Wirtschaftsberaterin für Clinton

1997 berief sie der damalige US-Präsident Bill Clinton als Vorsitzende in den Rat seiner Wirtschaftsberater. Dort blieb sie bis 1999.

3. Mal bei der Fed

2004 wird Yellin als Chefin der Federal Reserve Bank of San Francisco berufen. Im März 2010 berief sie Barack Obama als Stellvertretende Notenbankchefin.

Ende der 70er Jahre berief US-Präsident Jimmy Carter den radikalen Inflationsbekämpfer Paul Volcker zum Fed-Chef. Damals hieß das größte Problem: Inflation. Um mehr als 15 Prozent pro Jahr stiegen die Preise. Volcker setzte alles daran, um das Problem in den Griff zu bekommen. Zweitweise erhöhte er dafür den Leitzins sogar auf mehr als 20 Prozent. Die US-Wirtschaft stürzte er mit diesem Kurs in eine Rezession. Den Kampf gegen die Inflation aber gewann er.

Seit der Finanzkrise haben sich die Prioritäten dramatisch geändert. Heute treibt Ökonomen vor allem eine Frage um: Wie lassen sich die Folgen der Finanzkrise ohne allzu hohe Arbeitslosigkeit bewältigen? Für Yellen ist klar, dass auch die Geldpolitik Antworten darauf geben muss.

Kommentare (8)

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KDM

06.01.2014, 19:54 Uhr

Alles Kokolores. Die mächtigste Frau der Welt ist doch unsere Staatsratsvorsitzende oder lest ihr keine Springer-Medien?

mon_yburns@central.banktunnel.eu

06.01.2014, 19:56 Uhr

http://central.banktunnel.eu/terrorraubmordkopierer.jpg
http://anschlag215.tumblr.com/post/67576940112/dyslexie

E_RO_CENT-R__BANK / N__TENBANK

Account gelöscht!

06.01.2014, 19:58 Uhr

So kann man sich vor den Raubzügen "Der mächtigsten Oma der Welt" schützen. :-) Man muss das Asset aber physisch kaufen, sonst bringt es nichts.

Gold 31.12.2001: 278 USD pro Unze
Gold 31.12.2011: 1' USD pro Unze (+332%)

Gold 31.12.2001: 278 USD pro Unze
Gold 30.12.2012: 1'660 USD pro Unze (+497%)

Gold 27.06.1834: 20,7 USD pro Unze
Gold:11.07.2011: 1'900 USD pro Unze (+8948%)

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