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02.01.2017

19:24 Uhr

Fed-Chefin

Janet Yellen steht ein schwieriges Jahr bevor

Schon im Wahlkampf kritisierte Donald Trump Janet Yellen scharf. Beide werden aber miteinander sprechen müssen. Die Chefin der mächtigsten Notenbank der Welt wird dieses Jahr viel Führungsstärke brauchen. Eine Analyse.

Trumps Verhältnis zu Yellen gilt als schwierig: Der Republikaner ihr vorgeworfen, die Zinsen künstlich niedrig zu halten, um das Platzen einer Börsenblase unter dem demokratischen Präsidenten Barack Obama zu verhindern. Reuters

Fed-Chefin Janet Yellen

Trumps Verhältnis zu Yellen gilt als schwierig: Der Republikaner ihr vorgeworfen, die Zinsen künstlich niedrig zu halten, um das Platzen einer Börsenblase unter dem demokratischen Präsidenten Barack Obama zu verhindern.

Washington/BerlinDas nächste Jahr droht für Fed-Chefin Janet Yellen das letzte an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt zu werden: Der künftige Präsident Donald Trump hat sie im Wahlkampf hart attackiert und dürfte ihr nach Auslaufen ihrer vierjährigen Amtszeit Anfang 2018 den Stuhl vor die Tür setzen. Zudem muss die Befürworterin einer lockeren geldpolitischen Linie 2017 mit weiteren Risiken leben: Mit Trumps Plänen für Steuersenkungen und massive Konjunkturhilfen könnte die US-Wirtschaft überhitzen und der Preisauftrieb außer Kontrolle geraten. Yellen, die ihren Kurs nun verschärfen und die Zügel nächstes Jahr mehrmals anziehen will, wird wohl eine gehörige Portion Führungsstärke dafür brauchen.

„Eines steht fest: Die Fed-Präsidentin steht vor dem schwierigsten Jahr ihrer Notenbanktätigkeit“, prophezeit Ökonom Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank. Durch eine Kombination aus überhitzter Wirtschaft und straffen Zinserhöhungen drohe ein explosives Gemisch: „Das könnte durchaus in einen Abschwung führen, angefangen mit dem Immobilienmarkt und der Autobranche, wo Ratenkäufe üblich sind.“

Zentralbanken und Negativzinsen

Japan

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,1 Prozent

Schweiz

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,75 Prozent (15.01.2016)

Einlagenzinssatz für Banken: gestaffelt -0,75 Prozent

Dänemark

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,05 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,65 Prozent

Schweden

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,5 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,5 Prozent

Euro-Zone

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,4 Prozent

Die Europäische Zentralbank blickt ebenfalls mit Sorge auf die Entwicklungen jenseits des Atlantiks: „Die aus der US-Präsidentschaftswahl resultierende politische Unsicherheit hat zugenommen“, konstatiert die EZB in ihrem Wirtschaftsbericht. In der Folge hätten sich die Finanzierungsbedingungen verschärft.

Auch der von der Wahl Trumps ausgelöste Höhenflug des Dollar hat seine Tücken: „Für die US-Unternehmen, die ihre Gewinne zu einem großen Teil im Ausland erwirtschaften, ist dies gleichbedeutend mit sinkenden Gewinnen und rückläufiger Wettbewerbsfähigkeit“, warnt Experte De la Rubia. Yellen und ihre Kollegen in der Führungsetage der Fed hatten sich jüngst zum einzigen Zinsschritt nach oben in diesem Jahr durchgerungen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld liegt seither in einer Spanne zwischen 0,50 bis 0,75 Prozent.

Ob es zügig weiter nach oben geht, liegt auch an den Weichenstellungen im Weißen Haus: „Sobald die Regierung Trump ab dem 20. Januar ihre Geschäfte aufnimmt und erste größere Maßnahmen umsetzt, werden die Karten in Sachen Zinsen neu gemischt“, meint Fed-Beobachterin Christiane von Berg von der BayernLB.

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