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22.08.2014

19:10 Uhr

Fed-Chefin

Yellen will Zinsen nicht überhastet anheben

In Jackson Hole kommen jährlich die Spitzen der internationalen Geldpolitik zusammen. Fed-Chefin Janet Yellen nutzte die Möglichkeit, um vor einer überhasteten Zinswende zu warnen. Doch nicht alle teilen ihre Meinung.

Janet Yellen traf sich mit den Spitzen der internationalen Geldpolitik und Finanzwelt in den Bergen von Wyoming. dpa

Janet Yellen traf sich mit den Spitzen der internationalen Geldpolitik und Finanzwelt in den Bergen von Wyoming.

Jackson HoleTrotz des Aufschwungs in den USA will Notenbankchefin Janet Yellen bei der Zinswende nichts überstürzen. Ein zu schnelles Vorgehen könne zu einem Hemmschuh für eine vollständige Erholung am Arbeitsmarkt werden, warnte sie am Freitag auf dem Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole. Sie erteilte damit einer Forderung aus den eigenen Reihen eine Absage, die Zinszügel jetzt schon anzuziehen. Es gebe keine "einfachen Rezepte" für eine angemessene Geldpolitik, betonte Yellen vor der handverlesenen Elite der Finanzwelt.

Bei dem Treffen ließ der US-Notenbanker James Bullard mit harscher Kritik an EZB-Chef Mario Draghi aufhorchen, obwohl dieser erst im Juni die Zinsen auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt hatte. Die EZB müsse auf „das Warnsignal“ niedriger Preissteigerungen reagieren und sich entschiedener gegen eine drohende Rezession stemmen, mahnte Bullard kurz vor einem Auftritt Draghis auf dem Forum.

Yellen griff diese Kritik in ihrer Eröffnungsrede nicht auf und konzentrierte sich stattdessen auf die Lage am heimischen Arbeitsmarkt. Noch immer sei nicht klar, wie weit der Jobmarkt davon entfernt sei, seine Ressourcen voll auszuschöpfen. Die Arbeitslosenquote in der weltgrößten Volkswirtschaft lag zuletzt bei 6,2 Prozent und ist damit noch nicht im Bereich der angestrebten Vollbeschäftigung. Am Markt wird daher erst für Mitte nächsten Jahres mit einer Zinserhöhung gerechnet. Die Fed hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 – dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise – auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Janet Yellens bisherige Karriere

Uniabschluss

1967 schließt sie ihren Bachelor in Volkswirtschaftslehre  an der Brown University mit „Summa cum laude“ ab.

Promotion

1971 die Promotion in Yale.

Dozentin in Harvard

Von 1971 bis 1976 arbeitet sie als Dozentin in Harvard. Zu den Studenten in ihren Vorlesungen gehört auch ein gewisser Larry Summers, der später ihr größter Konkurrent im Rennen um den Spitzenposten bei der Fed wird.

1. Mal bei der Fed

1977 heuert Yellen als Forscherin bei der US-Notenbank Fed an. Dort lernt sie in der Cafeteria ihren späteren Ehemann George Ackerlof kennen. Beide heiraten kurze Zeit später.

Weitere akademische Karriere

Das Paar wechselt 1978 gemeinsam an die London School of Economics (LSE). Ihnen gefallen London und die LSE. Doch beide kommen mit der Mentalität der Briten nicht zurecht. 1980 gehen sie zurück in die USA an die Universität Berkeley. Dort wird Yellen 1982 zur Professorin ernannt.

2. Mal bei der Fed

Von 1994 bis 1997 wurde sie zum ersten Mal in den Vorstand des Board of Governors der Fed berufen.

Wirtschaftsberaterin für Clinton

1997 berief sie der damalige US-Präsident Bill Clinton als Vorsitzende in den Rat seiner Wirtschaftsberater. Dort blieb sie bis 1999.

3. Mal bei der Fed

2004 wird Yellin als Chefin der Federal Reserve Bank of San Francisco berufen. Im März 2010 berief sie Barack Obama als Stellvertretende Notenbankchefin.

In der Vergangenheit haben Yellens Vorgänger in Jackson Hole immer wieder die Chance genutzt, um wichtige geldpolitische Weichenstellungen vorzunehmen. So signalisierte Fed-Chef Ben Bernanke 2010, bald kräftige Geldspritzen zur Stärkung der Wirtschaft einzusetzen. Die von Yellen fortgesetzte Politik des ultrabilligen Geldes ruft nun zusehends Kritiker auf den Plan. Sie befürchten, dass durch die Geldschwemme Exzesse an den Märkten drohen und die Inflation mittelfristig angeheizt wird. Die Notenbank hat ihre Bilanz durch zahlreiche Stützungsmaßnahmen für die Konjunktur nach der Weltfinanzkrise auf mehr als 4,5 Billionen Dollar aufgebläht. Im Herbst sollen die letzten milliardenschweren Geldspritzen auslaufen.

Kommentare (1)

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Herr Mmnews De

22.08.2014, 17:39 Uhr

Niedrigen Zinsen?

Alle bisherigen Massnahmen sind verpufft.
Die Lage um das "Schuldgeldsystem" muss sehr bedrohlich sein.

Wenn die niedrigen Zinsen ebenfalls nicht helfen, wovon auszugehen ist, was kommt dann?

Ein großer Krieg?

Krieg wäre eine Lösung um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

Und einen Schuldigen dafür gibt es in den Bankstermedien auch schon: Putin/Russland!

Warum stehen alle Nationen eigentlich unter Wachstumszwang?

Der Grund liegt im verzinsten Schuldgeldsystem der inter. Bankster!

Das 1x1 des Schuldgeldsystem:

Geld entsteht nur über Kredit!

Geld=Schuld

Bsp. Sie gehen zu einem Bankster und bekommen einen Kredit über 1000 Euro/Dollar.
Somit wurden eben 1000 Euro/Dollar ( -1% Mindestreserve ) aus dem NICHTS geschaffen.

Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss +Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

Bankster verleihen ihr aus der Luft geschaffenes Luftgeld aber nur gegen "Sicherheiten"!

Wenn wir nicht mehr produzieren, gibt es für die int. Bankster keine neuen Pfandobjekte und damit kein neues Geld!

Verstehen Sie jetzt warum alle Nationen unter Wachstumszwang stehen?

Achtung: Kriege schaffen Wachstum! ( Absatz von Rüstungsgütern )
Das wissen auch die int. Bankster und ihre Marionettenregierungen weltweit!

Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

Weg vom Geldmonopol der Bankster?

Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

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